Trinkwasser soll in Empfingen künftig moderner aufbereitet werden. (Symbolbild) Foto: Dmitry Naumov - stock.adobe.com

Die neue Anlage in Fischingen wird mit Kochsalz arbeiten – Gefahrgut, Schutzkleidung und Schulungspflichten entfallen. Die Technik kommt von einer Empfinger Firma.

Die Gemeinde Empfingen will ihre Trinkwasserversorgung zukunftssicher machen – und setzt dabei auf moderne und umweltfreundlichere Technik. Im Wasserwerk Fischingen soll die veraltete Chlordioxidanlage zur Desinfektion des Trinkwassers durch eine neue, deutlich sicherere und effizientere Anlage ersetzt werden. Bisher wird das Trinkwasser in Fischingen über eine Anlage desinfiziert, die aus Stoffen wie Chlorgas und Natriumchlorid Chlordioxid erzeugt. Dieses wird dem Wasser zur sogenannten Streckendesinfektion beigemischt, um Keime wie Colibakterien zuverlässig abzutöten.

 

Die Technik ist jedoch inzwischen 24 Jahre alt, störanfällig und wartungsintensiv. Ersatzteile sind kaum noch erhältlich – und wenn doch, dann zu hohen Kosten. Zudem ist der Umgang mit den Chemikalien arbeitsintensiv und erfordert besondere Schutzmaßnahmen für die Mitarbeitenden.

Hochreine Kochsalzlösung

Die Gemeinde hat jetzt deshalb den Umstieg auf eine sogenannte Membranzellen-Elektrolyseanlage auf den Weg gegeben, die mit einer hochreinen Kochsalzlösung arbeitet und dabei eine pH-neutrale, ungefährliche Natriumhypochlorit-Lösung zur Desinfektion herstellt.

Vorteil: Es werden keine Gefahrstoffe mehr eingesetzt, wodurch Sicherheitsrisiken und Aufwand für den Betrieb erheblich sinken. Auch Lagerung, Schulungspflichten und Schutzkleidung entfallen künftig.

Besonders langlebig und wartungsarm

Geliefert werden soll die neue Anlage von der Innowatech GmbH, einem Unternehmen mit Sitz in Empfingen. Die Gesamtkosten inklusive Einbau, Anbindung an das vorhandene System und nötiger Umbauten belaufen sich auf rund 95.200 Euro brutto. Das Ingenieurbüro „dreher + stetter“ hat die technische Planung übernommen und spricht sich klar für das neue System aus.

Die Technologie gilt als besonders langlebig, wartungsarm und effektiv: Die keimabtötende Wirkung tritt sofort ein und bleibt auch über längere Strecken im Leitungsnetz stabil.

Der Gemeinderat stimmte der Umrüstung einstimmig zu. Ratsmitglied Armin Hellstern fragte vorher noch nach, ob es Sinn machen könnte, noch andere Angebote einzuholen. Ortsbaumeister Jochen Seibold betonte jedoch, dass die von Innowatech angebotene Lösung so auf dem Markt einmalig sei. Rat Joachim Gfrörer pflichtete bei: „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, das andere nicht haben. Da sollte man sich darauf verlassen, wenn die Firma auch noch vor Ort ist.“