Woher er das wohl hat? Nelson Müller bleibt entspannt. Foto: Monika Braun

Für Julia Komp war es die erste Schwarzwald-Reise, für Bobby Bräuer nicht, und Nelson Müller hat von Jörg Sackmann viel gelernt. Plaudereien mit Starköchen in Baiersbronn.

Bei der kulinarischen Herbstnacht im Hotel Sackmann in Schwarzenberg versammelte sich allerlei Prominenz am fremden Herd: Julia Komp, Bobby Bräuer und Nelson Müller zauberten nacheinander mit den Gastgebern Jörg und Nico Sackmann ein rundum gelungenes Menü.

 

In der großen Küche des Hotels fanden sich die Profis aber schnell zurecht – und erzählten zwischendurch im Gespräch mit unserer Redaktion, wie es zu ihrer Reise in den Schwarzwald gekommen war.

Julia Komp war zum ersten Mal in Baiersbronn und freute sich, in der bekannten Sternegemeinde zu Gast sein. „Ich habe eine sehr stressige Woche hinter mir, aber heute war es sehr entspannt“, sagte sie. „Ich habe mich gefreut, dass Jörg Sackmann mich gefragt hat, ob ich die Vorspeise machen möchte.“ Bei einem gemeinsamen Galaabend hätten sie sich unterhalten – so sei der Kontakt zustande gekommen.

Vorfreude auf Kutteln

Komp war zusammen mit ihrem Sous-Chef angereist und begeisterte mit ihrer Vorspeise mit orientalischer Note und Kürbis. „Ich freue mich auf ein gutes Schnitzel oder Kutteln morgen“, verriet die junge Sterneköchin und Chefin des eigenen Gourmetrestaurants Sahila in der Kölner Innenstadt nach getaner Arbeit. „Es hat super viel Spaß gemacht, und ich komme gerne wieder in den Schwarzwald.“

Sterneköchin wirbelt im Sternerestaurant – aber nicht in ihrem: Julia Komp am Sackmann-Herd Foto: Monika Braun

Nelson Müller, Fernsehstar, Restaurantbesitzer und Sänger, gehört zu den bekanntesten Köchen Deutschlands. Das wurde auch bei der kulinarischen Herbstnacht deutlich, denn als beliebtes Fotomotiv und begehrter Gesprächspartner stand er bei den Gästen an diesem Abend ganz oben auf der Liste – und präsentierte sich dabei äußerst sympathisch und nahbar.

„Ich bin ein großer Fan von Jörg Sackmann“, gestand Müller. „Wir haben uns bei der Küchenparty von Karlheinz Hauser kennengelernt, und für mich waren das immer die großen Vorbilder.“ Es habe ihm viel Spaß gemacht, in diesem professionellen Umfeld zu kochen, und es sei „unfassbar inspirierend“ gewesen. „Je stressiger es wird, desto ruhiger muss man werden“, hat Müller dabei unter anderem gelernt.

Auch als frischgebackener Hotelier habe er sich inzwischen einige Tipps von Jörg Sackmann geholt. „Das Singen ist mein Hobby und mein Ausgleich“, betonte er im Gespräch, „aber das Kochen ist mein Beruf – beides macht mir viel Spaß.“

Menschen suchen Erlebnisse

Auf seine Einschätzung zur Zukunft der Sternegastronomie angesprochen, sagte Müller: Menschen suchten nach außergewöhnlichen Orten und Erlebnissen. So etwas müsse man anbieten und in guter Qualität, dann sei es auch zeitgemäß.

Bobby Bräuer, der an diesem Abend mit dem Hauptgang die Herzen der Gourmets erobert hatte, ging auf die lange Freundschaft zu Jörg Sackmann ein. Beide haben ihr Handwerk unter anderem bei Eckart Witzigmann gelernt – eine Station, die verbindet. Anfang 2025 wurde Bräuer vom Gastroführer Gault Millau mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Bobby Bräuer (links) mit Nico Sackmann Foto: Monika Braun

„Jörg hat mich angerufen, und ich habe gesagt, ich komme“, berichtete Bräuer, wie es zu seiner Teilnahme an der kulinarischen Herbstnacht kam. „Nun habe ich auch mal Zeit für solche Veranstaltungen und kann sie genießen.“

Zu dem Koch-Event sei er gut vorbereitet angereist, so sei auch der Stressfaktor recht niedrig gewesen. Mit seinem Reh mit Gewürzkruste zeigte er sein großes Können – ein Gang, der Eleganz und Handwerk auf höchstem Niveau verkörperte. „In Baiersbronn war ich vor vielen Jahren einmal in der Traube Tonbach und im Hotel Bareiss“, erinnerte sich Bobby Bräuer. „Nun freue ich mich, mal wieder hier zu sein.“ Es habe ihm viel Spaß gemacht – eine Wiederholung sei deshalb nicht ausgeschlossen.