Zehn Lokale, zehn Bands: Nach Corona ist das Angebot in der Kneipennacht kleiner geworden – aber bunt und gut geblieben. Zehn Gastronomen haben in der Halloween-Kneipennacht zur Live-Musik eingeladen – einer Nacht des gewollten Grusels.
Die Albstädter Kneipennacht hat schon lang Kultstatus und zog auch dieses Mal zahlreiche Besucher in die Ebinger Innenstadt – einige vermutlich auch durch die Aussicht auf einen letzten Abend im „Wirtshaus zum Trödler“.
In der vergangenen Woche hatten die Verantwortlichen der Kneipennacht zusammen mit den neuen Pächtern des Trödlers bekannt gegeben, dass die Türen der Kneipe für diesen Anlass spontan öffnen würden, bevor das Lokal als „Berry & Rey’s Irish Pub“ im Dezember neu eröffne. Kurzfristig wurden diese Pläne jedoch verworfen, und die Feierfreudigen mussten sich in diesem Jahr mit einer Kult-Tour ohne einen Stopp im „Trödler“ begnügen. Grund für die geplatzte Session: Die neuen Inhaber brauchten erst noch eine Konzession, wie zu erfahren war. „Wir waren alle motiviert, den Trödler schon heute Abend geöffnet zu sehen, und haben alle Hebel in Bewegung gesetzt: Für die Besucher, für Albstadt, für die Kneipennacht“, sagt Martin Braun, der zusammen mit Johann Schwab für die Organisation der Kneipennacht verantwortlich zeichnet.
Als ganz normale Gäste erstmal Szeneluft schnuppern
Die zwei Gründerpreisgewinner und künftigen Pächter des Lokals in der Unteren Vorstadt, Alexander Rehfuss und Berkay Sapancilar, seien stattdessen als Besucher auf der Kneipennacht unterwegs gewesen, um ein Gefühl für die Albstädter Kultur- und Kneipenszene zu bekommen.
„Wir müssen das miteinander machen“
„Wir sind ein kleines Albstadt und müssen das miteinander machen. Nur so überleben unsere Kneipen“, sagte Braun mit Blick auf die nur noch zehn beteiligten Gastronomen – mit 19 Teilnehmern habe man bei der ersten Kneipennacht begonnen. Trotzdem ließen sich die Albstädter die Feierlaune nicht nehmen. Lachende Menschen, die in Gruppen von Kneipe zu Kneipe zogen, füllten die Ebinger Innenstadt in der Nacht der Toten mit Leben. Wie gewohnt präsentierten die Bands an diesem Abend ein vielfältiges Musikprogramm.
Schaurige Deko und wohliges Gruseln
Egal ob die Gäste im Leos zu „La crema latina“ tanzen, mit „Raising Crowns“ im Bierstadel rocken oder mit dem Akustik Trio „String Killers“ im Carlos singen wollte – für jeden Musikgeschmack war etwas dabei. Stellenweise machten schaurige Dekorationen die Besucher gruseln. Die Feierfreudigen waren ebenfalls höchst kreativ und hatten sich aufwendig kostümiert. Und wer nach der Geisterstunde immer noch nicht genug hatte, bekam mit dem Eintrittsbändchen der Kneipennacht anschließend auch kostenlosen Einlass in der Kulturfabrik.