Sophie Reime vom VfL Nagold ist bekannt dafür, auch in den engsten Abwehr-Lücken noch Platz zu finden. Foto: Hofmann

Mit einer knappen Niederlage starteten die Nagolder Handballerinnen in die Landesliga-Saison. Dabei bewies der VfL Nagold in der zweiten Hälfte des Spiels echte Comeback-Qualitäten.

HSG Albstadt – VfL Nagold 21:20 (16:8).

Dass die Trauben in der Landesliga deutlich höher hängen würden als in der Bezirksliga, das war den VfL-Frauen durchaus bewusst. So erwies sich die HSG Albstadt als der erwartet schwere Gegner. In der ersten Hälfte verkauften sich allerdings die Nagolder Handballerinnen auch deutlich unter Wert. Die Nervosität war zwar beiden Teams anzumerken, der VfL Nagold allerdings brauchte nahezu die gesamte erste Hälfte, um sie abzulegen.

Wurfpech im Angriff

In den ersten Minuten konnte man noch mit dem Gegner mithalten. Die Abwehr arbeitete da solide. Im Angriff hatte der VfL allerdings etwas Wurfpech. Nach 15 Minuten stand es noch 6:6. Danach begann beim VfL eine unerklärliche Schwächephase. Statt weiter selbstbewusst mitzuspielen, offenbarten sich plötzlich Probleme in der Abwehr, vor allem beim schnellen Konterspiel der Gegnerinnen. Innerhalb von fünf Minuten eilte die HSG auf 10:6 davon. Coach Markus Renz versuchte nach 20 Minuten mit einer Auszeit gegenzusteuern. Vergeblich. Die HSG dominierte das Spiel nun klar und zog in Windeseile davon. Mit einem Acht-Tore-Rückstand aus Nagolder Sicht ging es schließlich mit 8:16 in die Pause. Und dem VfL drohte zum Saisonstart eine echte Klatsche.

In der zweiten Hälfte zeigte das Nagolder Frauenteam dann unglaubliche Comeback-Qualitäten. "Der Rückstand hat uns nicht beeindruckt. Das muss man absolut positiv erwähnen", analysiert Renz. Nun begann der VfL imposant aufzuspielen. Zug um Zug gelang es, den Rückstand zu verkleinern. Die Abwehr stand gut, vor allem in den letzten 15 Minuten des Spiels gab es für die HSG kaum mehr ein Durchkommen. Der VfL dagegen hatte zwar auch in Halbzeit zwei dann und wann Wurfpech, doch das Angriffsspiel sah nun weit geschmeidiger aus, und die Trefferquote war deutlich höher.

Vier Minuten vor dem Ende netzte Alisa Kübler von rechts außen zum 19:21 aus Nagolder Sicht ein, Aileen Hofmann gelang dann in der 58. Minute gar noch der Anschlusstreffer zum 20:21. In ihrem letzten Angriff trafen die Nagolderinnen allerdings nicht, so dass die Partie letztlich verloren ging.

Dennoch dürften die Nagolderinnen aus der Art und Weise, wie sie in der zweiten Hälfte aufspielten, einiges an Selbstbewusstsein mitnehmen. Mit 12:5 entschied man Hälfte zwei deutlich für sich. Das ist denn auch Coach Renz wichtig festzustellen: "Der Spielstand war am Ende natürlich bitter, aber trotzdem war das eine starke Leistung der Mädels, wie sie sich aus einem Acht-Tore-Rückstand wieder herausgekämpft haben." Der VfL Coach ist nach dieser zweiten Hälfte jedenfalls fest davon überzeugt: "Vor den kommenden Gegnern braucht sich diese Mannschaft nicht zu verstecken."VfL Nagold: Denisa Ioana Ciornei (Tor), Annette Maser (1), Sophie Reime (2), Alena Wolf (3), Sarah Kunz, Madeleine Österlen, Luisa Harr, Iva Buric (5/4), Alisa Kübler (4), Marlen Dengler (1), Tirza Theurer, Aline Rau (1), Aileen Hofmann (3/1).