1300 kostenlose Stellplätze – das könnte sich ändern. Bad Dürrheim plant eine Parkraumbewirtschaftung. Wo Gebühren drohen und was die Stadt damit erreichen will.
Die Kurstadt braucht – wie so viele andere auch – Geld. Und in einem Fall dürfte das tatsächlich auf der Straße liegen: in Form der vielen Parkplätze. Bewirtschaftet wird der Parkraum in Bad Dürrheim bislang jedoch nicht. Das soll sich ändern. Darin waren sich die Gemeinderäte im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss grundsätzlich einig.
Doch wie ist die Lage überhaupt – wie viele Parkplätze gibt es, wo sind sie – und welche Möglichkeiten bieten sich in Zeiten klammer Kassen?
Ein Konzept befindet sich derzeit in Arbeit. Und wir haben uns die aktuelle Situation einmal angeschaut.
So viele gibt es
Öffentlich zugängliche Parkplätze sind hier reichlich vorhanden. Um genau zu sein: 1300 Stück. Eine Bestandsaufnahme im Rahmen des Mobilitäts- und Parkraumkonzeptes hat diese Zahl ans Licht gebracht. Im Detail: 295 Parkplätze und damit 21 Prozent können in Anspruch genommen werden, wenn man eine Parkscheibe einstellt, 285 – ebenfalls rund 21 Prozent, sind zwar markiert, können aber ohne zeitliche Beschränkung oder Gebühren beparkt werden. Und dann wären da noch 803 Stellplätze, die nicht als solche markiert sind, aber dennoch für jeden zur Verfügung stehen – kostenlos, versteht sich.
Hier sind sie zu finden
Die Stellplätze verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet, „insbesondere entlang der zentralen Achse Friedrichstraße – Luisenstraße, den umliegenden Quartiersstraßen sowie auf mehreren größeren öffentlichen Parkplätzen“, erläutert Pressesprecherin Nicole Schneckenburger auf Nachfrage. Dazu gehören unter anderem die Parkplätze Stadtmitte, Salinensporthalle, Stadtkäfer/Minara, Salinensee sowie die Parkstände in Friedrichstraße, Luisenstraße, Schulstraße, Josefstraße, Viktoriastraße, Wilhelmstraße, Bitzstraße und weiteren angrenzenden Bereichen.
Was jetzt geplant wird
Das Frei-Parken in der Kurstadt wird vermutlich bald ein Ende haben – auch für den Parkplatz am Solemar werden bereits Überlegungen angestellt, die schon recht konkret sind.
Der Stadtverwaltung sowie dem Gros des Gemeinderates schwebt eine gebührenpflichtige Parkraumbewirtschaftungszone in der Innenstadt vor. Wie genau die aussehen könnte, wird aktuell von der Stadt gemeinsam mit den Planern der Agentur Brenner Plan erörtert.
Sowohl für den allgemeinen Straßenraum, also die überwiegende Mehrzahl der Parkplätze am Straßenrand, als auch für die städtischen Parkplätze wird eine Lösung gesucht. Konkrete Gebührenmodelle seien noch nicht beschlossen, betont Schneckenburger – „der Ausschuss hat lediglich signalisiert, dass der eingeschlagene Weg eines Parkraummanagements von der Verwaltung weiterverfolgt werden soll“.
Nicht nur Einnahmen sind das Ziel
Nicole Schneckenburger bestätigt zwar: „Aufgrund der weiterhin angespannten Haushaltslage prüft die Stadt Bad Dürrheim potenzielle zusätzliche Ertragsquellen“ – und vor diesem Hintergrund rücke auch das Thema Parkraumbewirtschaftung wieder in den Fokus.
Sie betont aber auch: Ziel eines möglichen zukünftigen Parkraummanagements sei „nicht in erster Linie die Einnahmeerzielung“, vielmehr gehe es der Verwaltung auch um die Reduzierung des Parksuchverkehrs, die Verbesserung der Verfügbarkeit von Kurzzeitparkplätzen für Besucher und Kundschaft, die Steuerung des Langzeitparkens an geeignete Standorte und die Unterstützung des gesamtstädtischen Mobilitätskonzepts einschließlich der Klimaziele.
Wohin die Reise geht, das könnte sich noch im ersten Quartal des Jahres entscheiden, denn dann soll das Thema erneut im Gremium behandelt werden.