Gute Laune beim neuen Vorstandsteam des Fördervereins der Stadtbibliothek um Claudio Schmidt (von links), Claudia Laukemann, Eva Schaufelberger, Agnes Killinger, Carola Kohler, Gaby Peiker, Brigitte Zumsande und Anja Riedhamer. Foto: Felix Biermayer

Rund 30 Menschen kommen zur Vereinsgründung. Sie wollen vor allem Spenden sammeln, um den Betrieb der Stadtbibliothek in Bad Liebenzell zu sichern.

Einmal im Jahr kommt der Leiter der Stadtbibliothek Claudio Schmidt in den Gemeinderat. Er erzählt dann, viel Wissenswertes über seine Einrichtung.

 

Etwa 900 aktive Nutzer und 8500 aktive Nutzer habe die Bibliothek pro Jahr. Über 27 000 Medien seien 2024 ausgeliehen worden, viele davon in elektronischer Form. Analoge Medien gebe es aber immer noch über 11 000 vor Ort. Auch informiert er darüber, welche Bücher besonders beliebt sind. 2024 waren das zum Beispiel der Roman „Eine halbe Ewigkeit - Ildiko Kürthy“ oder das Bilderbuch „Findus und der Hahn im Korb“.

Im Gemeinderat bekommt Schmidt für seine Arbeit regelmäßig viel Lob. Er bietet einen Ort in der Innenstadt, an dem sich Menschen ohne Konsumzwang aufhalten können. In der Bibliothek bekommen die Leute kostengünstig Information, Bildung und Unterhaltung. Ein Angebot, dass laut Schmidts Zahlen vor allem junge Familien und ältere Menschen in Anspruch nehmen.

Sorgen wegen hoher Kosten

Doch das Gremium beschäftigt eine Zahl meist mehr als all die ganzen guten Nachrichten. Denn die Stadt kostet ihre Bibliothek rund 155 000 Euro pro Jahr. Und Geld ist in Bad Liebenzell bekanntlich sehr knapp. Der Gemeinderat hat deshalb immer wieder Kürzungen im Bereich der Bibliothek diskutiert. Vereinzelt wurden Stimmen laut, die gar die komplette Schließung forderten. Schmidt hat schon Einsparmaßnahmen getroffen. Er kündigte Zeitschriftenabonnements, er warb mehr Drittmittel an, er schloss die Zweigstelle der Bibliothek in Unterlengenhardt, er erhöhte den Jahresbeitrag von zwölf auf 15 Euro.

Nun verfolgt die Stadtbibliothek einen neuen Ansatz: Sie will nicht nur weniger Geld ausgeben, sondern auch mehr einnehmen. Deshalb fanden sich dort am Montagabend knapp 30 Leute ein. Und nach dem einstimmigen Beschluss einer Satzung war ein Förderverein gegründet. „Es ist toll, zu sehen, dass die Bibliothek so vielen Menschen am Herz liegt“, sagte Schmidt.

Der Beginn des Vereins

Die Vereinsgründung hatte ein elfköpfiges Team vorbereitet, darunter Anja Riedhamer. Die erklärte den Zweck des Vereins: Spenden eintreiben, neue Medien kaufen, das kulturelle Leben in der Stadt stärken, eventuell bei Sanierungsarbeiten der Bibliotheksräume helfen. „Wir wollen den Verein mit Leben füllen“, so Schmidt. Die Jahresmitgliedschaft kostet 24 Euro. Verbände oder andere Einrichtungen die Mitglied werden wollen, zahlen 50 Euro pro Jahr.

Am Montag wurde auch das siebenköpfige Vorstandsteam gewählt. Den Vorsitz übernimmt die Ortsvorsteherin der Kernstadt Claudia Laukemann, ihre Stellvertreterin ist Anja Riedhamer. Die Kasse macht Gaby Peiker. Schriftführerin ist Brigitte Zumsande. Als Beisitzerinnen wurden Agnes Killinger, Carola Kohler und Eva Schaufelberger gewählt. Bibliotheksleiter Schmidt ist beratendes Mitglied des Vorstands.

Der Stellvertretende Bürgermeister nannte das Engagement des Vereins „grandios“. Es gehe darum, Gelder zu generieren und die Qualität der Bibliothek dadurch zu steigern.

Erste Ideen gesammelt

Der Verein hat auch schon erste Ideen und Veranstaltungen geplant, zum Beispiel zum Welttag des Buches oder der Nacht der Bibliotheken. Auch wollen die Mitglieder auf dem Weihnachtsmarkt, dem Neujahrsempfang oder beim Kinderkleiderbasar präsent sein und so erste Spenden sammeln.