Inzwischen über ein Dach verbunden: die Schutzhütten des Kindergartens im Rohrdorfer Wald, ebenfalls geplant vom Architekturbüro Asal, vor einem Jahr im Rohbau. Einige Eutinger Gemeinderäte hatten das Projekt als „Luxuskindergarten“ bezeichnet. (Archivfoto) Foto: Peter Morlok

Der Dornstetter Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung das rund 700 000 Euro verschlingende Projekt in Hallwangen mit knapper Mehrheit gebilligt. Jetzt wird die Genehmigungsplanung erstellt.

Der Neubau eines zweigruppigen Waldkindergartens in Hallwangen war bereits beschlossen. Nun ging es in der jüngsten Sitzung des Dornstetter Gemeinderats um den Bau einer Schutzhütte, um die schon länger anhaltende und wenig komfortable Nutzung eines Tipi-Zelts endlich zu beenden.

 

Knapp, mit zehn Ja- zu acht Nein-Stimmen, sprach sich das Gremium für ein rund 700 000 Euro teures Projekt aus.

Dabei seien, wie es hieß und worauf auch Stadtrat Karlheinz Raisch (FW/CDU) hinwies, weiter anfallende Kosten wie beispielsweise für Wasser, Abwasser, Strom und Stellplätze noch gar nicht berücksichtigt. Deshalb – und generell wegen des manchem doch grundsätzlich sehr hoch erscheinenden Preises für eine Hütte – diskutierten die Ratsmitglieder das Projekt mit der Verwaltung und dem Planer sowie den zuständigen Erziehungsfachkräften äußerst kontrovers.

Bis zu 40 Kinder sollen Platz finden

Der zuständige Architekt Jochen Asal vom gleichnamigen Büro in Baiersbronn und seine Kollegin Magdalena Wunderlich stellten die Planung vor und zeigten zur besseren Veranschaulichung Bilder von der jüngst unter ihrer Regie in Holzbauweise fertiggestellten Schutzhütte des Waldkindergartens Eutingen.

Geplant sei demnach in Hallwangen ein Bau mit natürlicher Holzfassade, überdachten Außenbereichen und einem zentralen Flur, nutzbar als Schutzschleuse und mit Garderobe. Die Zufahrt zur Hütte erfolge über den bestehenden Weg, auch bei schlechtem Wetter.

Die Gruppenräume sollten je einen Ofen erhalten, die übrigen Räume mit Infrarot beheizt werden. Insgesamt gebe es 86 Quadratmeter Nutzfläche, die Bruttogrundfläche betrage 114 Quadratmeter. Eine Photovoltaikanlage sei Pflicht, der Boden sei gedämmt. Bis zu 40 Kinder sollten Platz finden.

Nur eine Planung, Kosten: Kritik wird laut

Bürgermeister Bernhard Haas sah sich des Öfteren in der Verteidigungsposition, warum man denn nur eine Planung zu Gesicht bekomme und dann zu dem hohen Preis. Dies kritisierte unter anderem Stadtrat Joachim Lehmann (FW/CDU). Er selbst habe bei einfachem Suchen im Internet wesentlich günstigere Projekte entdeckt, und auch sei der vor Ort quasi verteufelte Bauwagen als Unterkunft im Netz immer wieder noch gängige Praxis. Das verstehe er nicht und könne nicht zustimmen. AfD-Stadtrat Eberhardt Brett wiederum bemängelte entrüstet den Preis – es gebe ja nicht einmal einen Keller.

Eine Erziehern, die derzeit in der Vorläufereinrichtung des Waldkindergartens arbeitet, machte auf die Dringlichkeit des Projekts nach über zweijähriger Wartezeit aufmerksam.

Jetzt soll eine Genehmigungsplanung erstellt werden. Zudem wolle man schauen, so Bürgermeister Haas, ob man das ein oder andere doch eventuell noch sparen könne.