Brusthoch türmen sich die Kartons mit gefärbten Ostereiern vor Matthias Hölle. Foto: Archiv/Wolf-Ulrich Schnurr

Matthias Hölle vom Steinefurthof berichtet, was die Legehennebetriebe beschäftigt und warum die Eierpreise erneut gestiegen sind.

In der Zeit vor dem diesjährigen Osterfest macht in Social Media, teilweise aber auch in journalistischen Medien, die Sorge vor einer angeblichen „Eierkrise“ die Runde: Vor dem christlichen Hochfest gebe es zu wenige Eier.

 

Zwar steigt vor Ostern tatsächlich die Nachfrage nach den Hühnerprodukten. Doch in den Verkaufsregalen im Zollernalbkreis ist noch kein offensichtlicher Mangel wahrzunehmen.

Allerdings sind die Preise erneut gestiegen. Das hat verschiedene Gründe und bildet aus Sicht von Matthias Hölle die eigentliche Krise ab. Er und seine Familie betreiben den Steinefurthof, zusammen mit Partnerbetrieben der größte Eierproduzent im Kreis.

Gibt es wirklich eine „Eierkrise“?

Ja, es gibt eine Eierkrise in ganz Europa, die sich aber schon wieder entspannt. Die Probleme haben bereits im Frühjahr 2022 mit dem Krieg und der Preisexplosion der Rohstoffe, Energie und Löhne begonnen.

Das Premiumsortiment Bio und Regional konnte die Kosten in den Jahren 2022 und 2023 nicht umsetzen und verlor circa 15 bis 20 Prozent er Kunden in die günstigeren Sortimente. Viele Landwirte reduzierten ihre Hühnerbestände.

Die Kundschaft ist ab 2024 bis heute wieder zurückgekommen und kauft wieder regionale und Bioeier ein. Leider ist die Reaktionszeit, wenn eine Lieferkette einmal gestört ist, langsam. In der Hühnerbranche spricht man von einem Jahr, bis wieder alles „normal“ läuft.

Laut Hölle besteht kein Grund zur Sorge, dass es keine Eier geben wird. Foto: Wolf-Ulrich Schnurr/Wolf-Ulrich Schnurr

Müssen Kunden dieses Jahr auf Ostereier verzichten?

Die Kunden des Steinefurthofs müssen nicht auf ihre Ostereier verzichten. Ostern steht wie gewohnt im Kalender und wir haben unsere Vorbereitungen rechtzeitig getroffen.

Allerdings kann es vorkommen, dass die Nachfrage die Produktionskapazitäten des Steinefurthofs übersteigt, was zu der einen oder anderen Lücke im Regal führen könnte. Dennoch besteht kein Grund zur Sorge, dass es keine Eier geben wird.

Sollte es trotzdem zu Engpässen kommen, haben wir noch folgende Möglichkeiten, um den Eierbedarf in der Osterzeit zu decken: Wir sind dem Verbund der Eier-Höfe Baden-Württemberg angeschlossen. Hier versuchen die Betriebe sich einander auszuhelfen.

Sechs Wochen vor Ostern bekommt nur noch unsere Stammkundschaft Eier. Alle anderen Anfragen werden abgelehnt.

Von Oktober bis Pfingsten sind die Ställe des Steinefurthofs voll belegt. Foto: Wolf-Ulrich Schnurr

Wie viele Hühner haben Sie vor Ostern in den Ställen?

Wir haben unsere Ställe im Zeitraum Oktober bis Pfingsten immer voll belegt. Somit haben wir die maximale Produktion. In den warmen Monaten und in unsere Produktion um 15 bis 20 Prozent zurück, da der Bedarf in diesem Zeitraum geringer ist.

Warum sind Eier zuletzt erneut teurer geworden?

Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Zudem haben auch wir die Auswirkungen der gestiegenen Produktions- und Logistikkosten zu spüren bekommen.