HBW-Spielmacher Yonatan Dayan (am Ball) soll wieder in die Lücken der gegnerischen Deckung stoßen. Foto: Beytullah Kara

Das erste von drei Topspielen hat Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten an diesem Freitag in Hagen. Das will der HBW ziehen – ungeachtet der Personalsorgen.

Der Jahresendspurt hat es in sich für den Handball-Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten. Ein Dreierpack mit drei Topspielen beginnt für das Team von Trainer Matti Flohr an diesem Freitag beim Tabellenvierten VfL Eintracht Hagen (20 Uhr, Ischelandhalle), setzt sich mit dem Heimspiel gegen Dessau-Roßlau (Sonntag, 21. Dezember, 17 Uhr) fort und findet mit dem Match beim Spitzenreiter SG BBM Bietigheim (Samstag, 27. Dezember, 19.30 Uhr) sein Ende – drei Spiele also, in denen sich weisen wird, ob der Tabellendritte weiter ganz vorne mitmischt oder sich im Rennen um die Aufstiegsplätze etwas weiter hinten einreihen muss.

 

Coach Flohr sieht Steigerungsbedarf

Der Trend war jedenfalls zuletzt nicht der Freund der „Gallier“. Denn nach der unnötigen 29:30-Niederlage beim TSV Bayer Dormagen hatte der HBW zuletzt auch im Heimspiel gegen Aufsteiger HSG Krefeld massiv Mühe, um am Ende als 25:22-Sieger von der Platte zu gehen. „Das war kein gutes Spiel von uns. Im Angriff haben wir mit Formationen gespielt, die es besser können, was den Spielfluss und die Konsequenz angeht. Da sind wir schon weit hinter dem Niveau zurückgeblieben, das wir von uns selbst erwarten“, sagt HBW-Trainer Flohr. „Deshalb haben wir das auch nicht nur besprochen, sondern in den vergangenen Tagen auch daran gearbeitet.“ Schließlich sei es der erst Sieg in dieser Saison gewesen, bei dem seine Mannschaft nicht alles unter Kontrolle hatte sondern auch mal jenes Glück benötigte, das anderen Teams am oberen Ende der Tabelle schon häufiger zuteil wurde.

Bangen um Bauer und Leimeter

Für Flohr ist klar: „Gegen Hagen müssen wir anders auftreten, und wir werden anders auftreten.“ Verzichten muss er in der Ischelandhalle auf Bennet Strobel (krank), Tim Grüner (Sprunggelenk) und Magnus Grupe, der wegen einer Oberschenkelverletzung ebenso wie Merlin Fuß (Ellenbogen-OP) erst im neuen Jahr ins Team zurückkehrt. Ob Stefan Bauer (Fußverletzung) und Csaba Leimeter (Pferdekuss) auflaufen, entscheidet sich kurzfristig. Jedenfalls würden die Abwehrkante und der Rückraumrechte dem HBW gut zu Gesicht stehen, wen es darum geht, dem VfL Eintracht Hagen , der sich für kommenden Saison die Dienste des ehemaligen Balingers Juan de la Peña gesichert hat, von seinem Angriffsschwung zu nehmen.

Hagen und die individuelle Klasse

„Wir müssen ihre individuelle Klasse in den Griff bekommen und ihnen ihre Stärke nehmen“, sagt Flohr mit Blick auf den starken VfL-Rückraum mit dem flinken Iraner Pouya Nourouzinezhad, Ex-Nationalspieler Niclas Pieczkowski, Shooter Jan van Boenigk und dem beim THW Kiel ausgebildeten U21-Nationalspieler Linus Kutz. „Sie spielen das klar strukturiert mit klaren Isolationsattacken. Im Zweikampf geht es darum, auszuhelfen, ohne Räume für die anderen Angreifer zu öffnen“, sagt Flohr, der sein darauf aber ebenso gut vorbereitet hat, wie auf die variablen Deckungsformationen der Hagener, die darauf aus sind, reichlich Chaos zu stiften.