Der Absaugschlauch zur Entschlammung des Klosterweihers liegt. Der aktuelle Frost verhindert jedoch einen Start der Maßnahme. Foto: Reutter

"Wir stehen Gewehr bei Fuß", meint Carsten Dam, Geschäftsführer der Firma Amodes, die im Auftrag der Stadt den Klosterweiher entschlammen soll. Doch die aktuellen Minusgrade sorgen für Verzögerungen.

St. Georgen - Die Baustelle sei bereits seit "vorletzter Woche komplett fertig" eingerichtet, betont Dam. Doch dann wurde es frostig. Auf dem Klosterweiher hat sich eine Eisschicht gebildet. "Da geht keine Pumpaktion." Für die Entschlammung brauche es zwar nicht dauerhaft Plusgrade. Aber mindestens um die null Grad müsse sich die Temperatur einpendeln. "Dann können wir arbeiten", erklärt Dam.

Es handelt sich um eine recht teure Baustelle. Die Kosten für die Entschlammung liegen laut Stadtverwaltung bei 1,8 Millionen Euro. Zur Finanzierung, aber auch als solidarisches Gemeinschaftsprojekt hat die Stadt vor einem halben Jahr einen Spendenaufruf gestartet. Für 50 Euro pro Quadratmeter Seefläche kann symbolisch eine Patenschaft übernommen und die Entschlammung unterstützt werden.

Aktuell 152.422 Euro auf Spendenkonto

Bei einer Weiherfläche von 25 000 Quadratmetern kämen da 1,25 Millionen Euro zusammen. Derzeit beträgt das Spendenaufkommen 152 422 Euro. Für Bürgermeister Michael Rieger ein "ermutigendes" Signal. Er freut sich über diese "großartige Resonanz aus der Bürgerschaft, das Vorhaben so toll zu unterstützen". Die Stadt rührt weiterhin die Werbetrommel. Wer beispielsweise städtische E-Mails erhält, wird in einem auffälligen roten Balken auf die Spendenaktion aufmerksam gemacht.

Rieger freut sich über jede weitere Spende für diese Mammutaufgabe, stellt aber auch klar: "Die Maßnahme ist nicht abhängig vom Spendenaufkommen." Schließlich wird der Maßnahme von der Stadt enorme Bedeutung beigemessen und soll die Wasserqualität langfristig verbessern. In den vergangenen Jahren kam es bei heißen und trockenen Sommern immer wieder zu einer Algenblüte, und der Badebetrieb im Klosterweiher musste unterbrochen werden.

Badesaison soll es trotz Sanierungsmaßnahme geben

Eine Badesaison soll es in diesem Jahr trotz Entschlammung geben. So ist geplant, zuerst die südliche Seehälfte Richtung Liegewiese vom Sediment zu befreien. Nach Pfingsten, wenn die Badesaison startet, soll dann die nördliche Seehälfte entschlammt werden. So zumindest der Plan. Die Badegäste könnten dann zumindest in der südlichen Seehälfte schwimmen.

Carsten Dam hofft auf ein baldiges Ende der Frostphase. Laut Wetterprognose rechnet er mit einem Start der Entschlammung Mitte nächster Woche oder Anfang übernächster Woche. So könne der gesteckte Zeitrahmen immer noch eingehalten werden. Wenn sich der Frost jedoch bis Ende März hinziehe, werde es schwierig.

Die Firma Amodes konnte ihr benötigtes Gerät auf dem Bolzplatz am Weiher aufstellen. Das benachbarte Rondell blieb bislang frei. "So wie es aussieht, werden wir das nicht brauchen", ist Dam zuversichtlich. Der Frost sorgt auf dem Rondell für Freizeitspaß. Auf der Eisfläche dreht derzeit gerne der eine oder andere Schlittschuhläufer seine Runden.