Keld Svensen, Projektmanager bei Amodes (von links), Lara Gehrmann, Projektmamagerin bei Hülskens, Alexander Tröndle, Bauamtsleiter, und Tobias Hänse, Tiefbau, bei der Besichtigung des neuen Saugroboters am Klosterweiher. Foto: Cornelius Rück

Aufgrund der Granatenfunde im Klosterweiher kann Amodes den eigenen Saugroboter nicht so nutzen, wie gewohnt. Dadurch kommt es zu Störungen und Verzögerungen. Nun ist ein zweiter Saugroboter im Einsatz.

In der Geschichte Klosterweiher und Schlammabsaugung beginnt ein neues Kapitel: Ein zweiter Roboter, diesmal von Hülskens, saugt nun Schlamm ab. Er sei nötig geworden, da die Theorie mit dem Schichtbetrieb, bei dem sich Absaugmaßnahme und Badebetrieb abwechseln, zwar toll klinge, aber in der Praxis nicht optimal funktioniere, so Tröndle.

 

Aufgrund der Granatenfunde im Weiher dürfen die Mitarbeiter von Amodes den eigenen Roboter nur noch vom Ufer aus bedienen. „Durch die Fernsteuerung fehlt das Gefühl, ob man schon in den Schotter fräst oder noch in den Schlamm“, erklärt Keld Svensen vom Unternehmen. Dadurch komme es vermehrt zu Störungen.

Leiser, autarker, sicherer

Der neue Saugroboter bringt laut Projektleiterin Lara Gehrmann einige Vorteile mit sich. So arbeite er, nach Aufbau und Einstellung, völlig autark. „Bei meinem ersten Projekt in Italien haben wir den Roboter aufgebaut und sind einfach nach Hause gefahren. Über den PC konnten wir genau sehen, was er gerade macht.“

Je nach Dichte des Sediments würden die Hydraulik der Fräse, die Pumpe, die Schläuche und weitere Bauteile schneller oder langsamer verschleißen. Daher muss Hülskens die Verschleißteile alle drei bis vier Wochen überprüfen und austauschen. Bis zu 200 Kubikmeter könne die Pumpe in einer Stunde bewegen. In der Praxis sind es am Klosterweiher nicht ganz so viel, aufgrund von anderen Teilen in der Kette. Sechs Personen waren für den Aufbau nötig: zwei Elektriker, ein Schlosser, ein Vorarbeiter, eine Werkstudentin und Lara Gehrmann als Projektleitung – zusätzlich ein mobiler Kran.

Lara Gehrmann kann den neuen Saugroboter sogar per Smartphone steuern. Foto: Cornelius Rück

Keine Mehrkosten erwartet

Über den See bewege sich der Saugroboter nicht mit Verbrennermotor durch Wasserverdrängung, sondern über ein elektrisches Seilwindensystem, das an Stellen rund um den See befestigt ist. So sei er, selbst bei einem Stromausfall, immer lagesicher. Mithilfe eines GPS-Signals wisse der Roboter immer, wo er sich gerade befindet, welche Bereiche er schon abgesaugt hat und welche Bahnen er zu fahren hat. Außerdem heule der elektrische Antrieb nicht mitten in der Nacht auf, worüber sich Anwohner nahe des Klosterweihers beschwert hatten.

Bauamtsleiter Tröndle rechnet trotz der gestiegenen monatlichen Kosten um circa 1000 Euro insgesamt nicht mit Mehrkosten. In Relation zu den bestehenden Kosten sei diese Variante vermutlich günstiger, da jeder Monat koste und die Absaugarbeiten mit zwei Robotern schneller fertig seien.

Keine Tierschutzbedenken

„Schon wenn wir zwei Monate früher fertig sind, sparen wir wahrscheinlich 10 000 Euro“, vermutet Tröndle. Das Vertragsverhältnis mit Amodes bestehe weiterhin, Hülskens, der Betreiber der neuen Maschine, trete als Subunternehmer auf.

Tierschutzbedenken gebe es kaum. „In Italien war so klares Wasser, da konnten wir die Fische genau beobachten. Sie interessieren sich für die Maschine, aber sobald sie läuft, sind sie weit weg“, erinnert sich Gehrmann. Tröndle bestätigt dies: „Jeder, der ein Aquarium hat oder angelt, weiß, dass Fische sich von so was fernhalten und sich nicht einsaugen lassen. So dumm sind sie nicht.“

Bis zu 60 Prozent des Schlamms sind laut Tröndle bereits abgesaugt. Das bedeute aber auch, dass der Saugroboter auf immer festeres Sediment trifft. Dieses abzusaugen dauere jedoch länger und führe auch zu höherem Verschleiß an den Bauteilen.