Wird der Klosterweiher zum Modellprojekt in der Region? Auch andere Kommunen sind an der Absaug-Technik, die im St. Georgener Badesee zum Einsatz kommt, interessiert. Denn Gewässer, in denen sich das Sediment anstaut, gibt es zuhauf.
Das Amphibienfahrzeug zieht auf dem Klosterweiher in St. Georgen seine Runden, die Schlammaufbereitungsanlage auf dem nahe gelegenen Bolzplatz läuft – trotz des einbrechenden Herbsts, der sinkende Temperaturen mit sich bringt, läuft die Entschlammung des Badesees auf Hochtouren. Und sie zieht interessierte Blicke auf sich.
Jüngst kam eine Abordnung aus Geisingen – Vertreter von Stadtverwaltung und Gemeinderat um Bürgermeister Martin Numberger – in die Bergstadt, um die Arbeiten in Augenschein zu nehmen. Die Frage: Wäre dieses Verfahren vielleicht auch etwas für die Kommune im Landkreis Tuttlingen?
Über Vorzüge und Herausforderungen der Entschlammung informierten Bürgermeister Michael Rieger und Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts die Besucher aus Geisingen. Carsten Dam, Geschäftsführer des Unternehmens Amodes, das den Weiher entschlammt, beantwortete ebenfalls Fragen.
Maßnahme von Verzögerungen betroffen
Auch um den aktuellen Stand der Maßnahme ging es – da ist die Bilanz eher ernüchternd: Weil die Entschlammung infolge des kalten Frühjahrs erst später als geplant starten konnte und dann noch wochenlang wegen des Granatenfunds im Klosterweiher pausieren musste, ist man noch längst nicht so weit, wie man gerne wäre. Etwa 40 Prozent des Sediments, schätzt Amodes-Geschäftsführer Dam, konnte bislang aus dem See abgesaugt werden. Eine Fertigstellung der Maßnahme vor dem Winter – so lautete ursprünglich der Plan – ist damit undenkbar.
Man hoffe jetzt, noch möglichst lange weiterarbeiten zu können, bevor der Winter einbricht und der Klosterweiher zufriert, erklärt Dam gegenüber unserer Redaktion. Auch wenn nur ein Teil des Sees von einer Eisschicht überzogen sei, könne man in der kalten Jahreszeit weiterarbeiten. Die Zeichen stehen also auf Arbeit mit Volldampf. Bis zum Start der Badesaison des kommenden Jahres solle die Maßnahme auf jeden Fall abgeschlossen sein, sagt Dam.
Anfragen von mehreren Kommunen
Indes ist Geisingen nicht die einzige Kommune, die ihre Fühler nach St. Georgen ausstreckt, um sich über die laufende Absaug-Maßnahme zu informieren. Wie Bürgermeister Rieger im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet, bekomme die Stadtverwaltung immer mal wieder Anfragen zu dem Projekt – und zwar nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch von weiter her. „Die wollen alle wissen, wie wir es hier machen.“
Für Rieger ist das keine Überraschung – immerhin hatte sich auch die Stadtverwaltung über ähnliche Maßnahmen und mögliche Verfahren informiert, bevor die Entschlammung des Klosterweiher angegangen wurde. Sogar ein Projekt bei Darmstadt, wo ein vergleichbares Verfahren zum Einsatz kam, wurde verfolgt.