Die 1980er Jahre auf die Bühne gebracht hat die Show „Pop und Poesie“ . Foto: Günther Wallburg

„SWR1 Pop und Poesie in Concert“ lässt das Publikum in Hirsau in Erinnerungen schwelgen.

„SWR1 Pop und Poesie in Concert - Die neue 80er Show“ nahm Donnerstagabend das Publikum beim Klostersommer Hirsau mit auf eine Reise durch das vielleicht spannendste Musikjahrzehnt aller Zeiten. Die Show ist ausverkauft und perfekt inszeniert. Zehn Musiker, Sänger und Schauspieler spielen in ganz individuellen Versionen und Bestform die größten Hits der 1980er Jahre – in der Originalsprache und in der deutschen Übersetzung.

 

Kaum ein Jahrzehnt war vermutlich musikalisch so vielfältig: Von Post-Punk bis New Wave, von Hardrock bis Heavy Metal, von Euro-Disco bis Acid-House, vom Bubblegum-Pop bis zum Protestlied. Der Hip-Hop wurde geboren, ebenso wie die Neue Deutsche Welle. Die Bands hießen Depeche Mode, Dire Straits, Madness oder Eurythmics, bekannte Interpreten Annie Lennox, David Bowie, Phil Collins und viele andere.

Eine große Auswahl ihrer bekanntesten Kulthits spielt “Die Band“ grandios und täuschend ähnlich. Tatsächlich stecken hinter vielen dieser Songtexte auch poetische und lyrische Kleinode, spannende Geschichten oder schlicht witzige Erzählungen, die auf ihre Entdeckung auf Deutsch warten. SWR1 sucht seit Jahren diese Perlen und übersetzt sie in ihrer Reihe Pop und Poesie.

Veranstaltung hat neuen Moderator

Jochen Stöckle, seit über 20 Jahren beim SWR Redakteur und Moderator die prägende Stimme und für die Übersetzungen der Texte zuständig, wird als Moderator am Abend erwartet. Doch an seiner Stelle tritt überraschenderweise der junge Benedict Walesch auf die Bühne, auch er Teil des SWR-Sprecherteams. Der in den 1980er Jahren geborene Walesch, aufgewachsen mit der Musik von a-ha und AC/DC, zählt zu seinen eigenen Konzerterinnerungen “Die Fantas“ mit Sinfonieorchester auf dem Cannstatter Wasen und führt anschließend ebenso mit viel Herzblut und Leidenschaft durch die Show.

Kuriositäten und Fun-Facts kreisen quasi um jeden Meilenstein dieser herausgehobenen Musikgeschichte. Benedict Walesch und die bewundernswerte Schauspielerin Simone von Racknitz-Luick – mit ihnen das ganze Künstlerteam – schlüpfen abwechselnd in verschiedene Textrollen und stellen damit ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Simone von Racknitz-Luick startete ihre Schauspielkarriere in Karlsruhe, wechselte später an das Alte Schauspielhaus und die Komödie im Marquardt nach Stuttgart.

Inszenierung sorgt für Gänsehaut-Atmosphäre

Die Dynamik der Show reißt die Zuschauer beeindruckend mit. Das Publikum hört gespannt und fasziniert zu. Der besondere Reiz des Konzerts liegt wohl nicht nur darin, seine Lieblingssongs inhaltlich zu verstehen, sondern auch in der einzigartigen Inszenierung der gesamten Bühnenshow. Die ausdrucksstarken Stimmen, die Licht- und Soundeffekte und die musikalischen Interpretationen, besonders auch der Solos der Musiker wie jene von Gitarrist Klaus-Peter Schöpfer, seit 1983 Mitglied der Band, lassen eine Gänsehaut-Atmosphäre wie anno dazumal entstehen.

Auch Neuerungen dieses Jahrzehnts wie Kassettenrekorder und Synthesizer oder Kultserien wie Kir Royal und Schwarzwaldklinik werden in die Moderationen eingebaut. Jeder findet sich irgendwann irgendwo wieder.

„Take On Me“, „Summer of ’69 und „Purple Rain“

Ausgesprochen stimmgewaltig präsentieren Musical-Darstellerin Beatrice Reese und Julia Rivas mehrere der weltbekannten Songs dieser Zeit. Die beiden sind ebenso fester Bestandteil des Ensembles wie Dominik Steegmüller, gefeierter Musical-Hauptdarsteller und Studiosänger. Zu den weiteren und großartigen Band-Talenten neben Klaus-Peter Schöpfer zählen Peter Grabinger, Band-Leader und Musikredakteur beim SWR, Patrick Schwefel Sänger und Gitarrist, Michael Paucker Sänger und Bassist und Drummer Martin Grünwald.

Nach dem letzten Stück „Take On Me“ von a-ha und Zugaben wie „Summer of ’69“ von Bryan Adams und „Purple Rain“ von Prince geht schließlich ein weiteres Sommer-Festival besonderer Güte und regenfrei zu Ende, das noch lange im Gedächtnis seiner Fans bleiben wird.

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