Vorstand und Verwaltungsrat des Vereins Berneuchener Haus mit dem Sulzer Bürgermeister Jens Keucher (Mitte, im grünen Hemd). Foto: Kötting

Mit einem starken Rückgang des Überschusses sahen sich die Mitglieder der Jahresversammlung konfrontiert. Doch die Stimmung ist trotzdem gut.

Im Berneuchener Haus hat es zahlreiche Umbrüche gegeben, wie die Vereinsvorsitzende Franziska Dieterich beim Rückblick auf das turbulente Jahr erläuterte.

So mussten die Stellen der Hauswirtschaftsleiterin und einer Hausmeisterin neu besetzt werden, eine neue Kantorin hielt im Januar Einzug, und es galt, innerhalb kürzester, Zeit einen Nachfolger für den kaufmännischen Leiter zu finden, der überraschend am Ende letzten Jahres gekündigt hatte.

Viele neue Gesichter

Auch im Verein selbst gab es Personalveränderungen: Zwei langjährige Mitglieder hatten ihr Ausscheiden aus dem Vorstand angekündigt, der stellvertretende Vereinsvorsitzende und Dekan in Rente Jürgen Renner sowie Harald Nier, der nach 13 Jahren sein Amt als Schatzmeister niederlegte. Auf Renner folgt nun Manuel Zahn, der in früheren Jahren bereits im Verwaltungsrat des Vereins aktiv war; Nachfolgerin Niers ist die Diplom Kauffrau Dörte Rasch-Vollaard, Kanzlerin an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal.

Im Verwaltungsrat folgte auf den bisherigen Sprecher Ulrich Klein der Jurist Harald Spinner, Ursula Schmitt-Korff wurde neu in das Gremium gewählt.

Haus ist nicht gefährdet

Von der Evangelischen Michaelsbruderschaft wird Peter Schwarz neu entsandt, von der Gemeinschaft St. Michael Matthias Gössling – beide waren früher geistliche Leiter des Hauses.

In seinem letzten Bericht vor den Vereinsmitgliedern erklärte Ulrich Klein: „Das Haus ist nach dem aktuellen finanziellen Stand nicht gefährdet. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn man sieht ringsum viele Häuser, die schließen müssen.“

Unterbrechung des Alltags

Der geistliche Leiter, Frank Lilie nannte den Kirchberg „Anders-Ort“. „Das sind“, so erklärte Lilie, „nach dem Philosophen Foucault, irritierende, befremdliche, faszinierende Orte. Sie bieten eine Unterbrechung des Alltags und lassen diesen in neuem Licht erscheinen. Wir wollen den Kirchberg als Andres-Ort erhalten, pflegen und weiterentwickeln.“

Das gelte für die Veranstaltungs- und Tagungsangebote, für das geistliche Profil des Hauses wie auch für die musikalischen Veranstaltungen und Kunstausstellungen.

Über 100 000 Euro mehr Kosten

Die Vorstellung des Jahresabschlusses übernahm Andreas Teufel, seit Juni neuer kaufmännischer Leiter auf dem Kirchberg. 533 Mitglieder zählte der Verein 2023, 13 weniger als im Jahr zuvor. 2023 gab es im Haus insgesamt 16 253 Übernachtungen. Stand Kalenderwoche 25 sind für das laufende Jahr bereits 14 940 Übernachtungen gebucht, knapp 200 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

Gut 50 Beschäftigte gibt es im Haus. Die Personalkosten sind zum Vorjahr um mehr als 100 000 Euro gestiegen. Die eklatante Erhöhung erklärt auch, dass der Jahresüberschuss des Vereins von 140 000 Euro im Jahr 2022 auf knapp 5500 Euro in 2023 sank. „Es wurde trotzdem gut gewirtschaftet“, so Andreas Teufel.

Für die kommenden Monate und Jahre sind zahlreiche Investitionen geplant. Im Konventgebäude soll das WLAN weiter ausgebaut werden, im Garten ist die Anlage einer Terrasse mit Schirmen geplant, der Klosterladen steht auf der To-do-Liste, ebenso ein neuer Belag für den Sportplatz und eine Feuerstelle, um damit mehr Jugendgruppen auf den Kirchberg zu locken.