Die katholische Kirchengemeinde hatte zum „Baustellen-Event“ im ehemaligen Kloster eingeladen.
Das 2021 zum Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung erklärte, ehemalige Dominikaner-Terziarinnen-Kloster in Binsdorf wird momentan aufwendig restauriert. Anlässlich des Patroziniumstag fand dort ein „Baustellen-Event“ statt.
Dabei konnten sich die Gemeindemitglieder der katholischen Kirchengemeinde St. Markus einen Überblick über den Stand der Bauarbeiten verschaffen. Das Event erlaubte einen interessanten Einblick in das Gebäude.
„Es ist zwar manchmal frustrierend, aber Schritt für Schritt geht es voran“, sagte die zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Regina Günzel. „Die Ostseite ist auf dem besten Weg zu einem Schmuckstück zu werden. Putz-, Steinarbeiten sowie die Arbeit an den Böden und dem Tragwerk sind schon weit voran geschritten, auch die Putzarbeiten an der Südseite sind schon fast fertig.“
Günzel gab den Baustellenbesuchern auch einen Einblick in die Arbeitsweise der Restauratoren. „Grundsätzlich soll alles Alte, noch Funktionsfähige erhalten und der Rest behutsam restauriert werden.“
Beim Verputz werde eine Mischung aus Sand und Kalk benutzt, die sich über Jahrhunderte bewährt habe. Die Tragbalken an der Westseite waren zum Großteil verrottet und mussten wiederhergestellt werden.
„Bei den Fenster möchten wir ähnliche haben wie früher“, sagte Günzel weiter. „Die ersten beiden Musterfenster werden demnächst entstehen.“
Im Erdgeschoss befinden sich neben dem Markusheim, in dem sich die Gemeinde zu Kaffee und Kuchen traf, auch der Jugendraum sowie die Hauptküche. Letztere birgt unter anderem einen Backofen aus dem 19. Jahrhundert, der laut Experten weiterhin einwandfrei funktionsfähig ist.
„Das Kloster gehört der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die nur weitere Gelder reinstecken wird, wenn das Obergeschoss vermietet werden kann“, erklärt Günzel. „Davon hängt auch ab, ob wir eine neue Küche und weitere Toiletten einbauen können. Bisher haben wir diesbezüglich allerdings noch keinen Interessenten.“ Denkbar seien beispielsweise Exerzitien oder eine Büronutzung, etwa als Coworking-Space.
Die Besucher konnten auch den in seiner barocken Form fast vollständig erhaltenen Konventgarten besichtigen. Dessen historische Strukturen sollen wieder erlebbar gemacht werden; die Ausschreibung für die bis Ende 2025 abzuschließenden Arbeiten beginnt in Kürze. Auch der Dachstuhl sowie der Keller mit Lagerräumen, Waschküche, einem funktionierenden Brunnen, Ofen und Gesindestube durfte erkundet werden.
Ziel des Kirchengemeinderats es, die Gemeindemitglieder bei der Gestaltung mit ins Boot zu nehmen. An Fronleichnam soll über die eingegangenen Ideen zur Nutzung von Kloster und Klostergarten abgestimmt werden. „Das Kloster soll für die Gemeinde als Raum für freundschaftlichen Austausch dienen“, sagte Günzel.