Einzelne Abschnitte des Kreuzgangs sind für Besucher gesperrt worden. Foto: Alexandra Müller/Staatliche Schlösser und Gärten

Zum Schutz der Besucher sind einzelne Bereiche des Alpirsbacher Kreuzgangs bis auf Weiteres gesperrt. Loser Gewölbeputz und die Gefahr herabfallender Gewölbesubstanz machen diese Maßnahme erforderlich.

Alpirsbach - Gäste können das mittelalterliche Kloster Alpirsbach jedoch wie gewohnt besichtigen, heißt es in einer Mitteilung der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

Ständige Kontrollen

Die mächtigen historischen Mauern des Klosters Alpirsbach unterliegen einer ständigen Betreuung und Kontrolle. Bei restauratorischen Arbeiten im Kreuzgang der Klausur des Klosters stellte das zuständige Amt Pforzheim von Vermögen und Bau Baden-Württemberg laut der Mitteilung vergangene Woche Schäden am Gewölbe fest. Zunächst sei befürchtet worden, dass Teile der Kreuzrippen herabstürzen könnten.

Mit einem Sachverständigen für Tragwerk in historischen Gebäuden und einem Restaurator hat das Amt eine Begehung des Kreuzgangs vorgenommen. Das Ergebnis: Die Schäden sind weit weniger umfangreich, als zunächst befürchtet. "Die historische Substanz und damit die authentische Atmosphäre der Schlösser, Gärten, Burgen, Klöster und Kleinode des Landes für künftige Generationen zu erhalten, ist eine unserer wesentlichen Aufgaben, die wir in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen von Vermögen und Bau wahrnehmen", erläutert Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. "Die historische Bausubstanz ist für die ganz besondere Aura eines Monuments unersetzlich. Daher sind wir erleichtert, dass hier kein größerer Verlust droht", wird er in der Mitteilung weiter zitiert.

Aufgrund der festgestellten Schäden im Gewölbe müssen dennoch bis auf Weiteres kleinere Bereiche des Kreuzgangs zum Schutz der Besucher abgesperrt werden. Die Sperrung hat zur Folge, dass die Gäste den Kreuzgarten nicht mehr vollständig umrunden können, sondern an der nordöstlichen Ecke des Gangs wieder umkehren müssen. Alle Führungen durch das Kloster können jedoch wie gewohnt stattfinden.

Kleine Einschränkungen

"Wir hatten befürchtet, das Kloster für Gäste schließen zu müssen, und sind nun froh, dass Besichtigungen mit dieser kleinen Einschränkung weiterhin möglich sind. Aber der Sicherheit der Menschen muss Vorrang vor dem Besuchserlebnis eingeräumt werden", sagt Alexandra Müller, Leiterin der Klosterverwaltung Maulbronn, die auch für das Kloster Alpirsbach zuständig ist. Die Staatlichen Schlösser und Gärten und das Amt Pforzheim bemühen sich laut der Pressemitteilung mit Nachdruck, die Sperrung so schnell wie möglich wieder aufzuheben. Dafür untersuchen Experten die gefährdeten Bereiche des Kreuzgangs in nächster Zeit genau, um die notwendigen Sanierungsarbeiten zu erheben und auszuführen. Die Klosterverwaltung informiert dann über die Aufhebung der Sperrung.

Der Alpirsbacher Kreuzgang entstand in spätgotischer Zeit. Er ist der organisatorische Mittelpunkt des Klosters. Quadratisch den Kreuzganggarten umschließend dient er dem Zugang der umgebenden Kloster- oder Konventsgebäude. Alle vier Gänge sind mit einem reich geschmückten, engmaschigen Sternrippengewölbe überzogen. Auffallend schöne Schlusssteine mit abwechslungsreichen Bildern zieren die Gewölbescheitel, so die Staatlichen Schlösser und Gärten. Aufwendige Maßwerkfenster und kunstvoll gerahmte Portale vervollständigten den prachtvollen Eindruck. Früher sei dieser noch durch eine farbige Ausmalung unterstrichen worden.

Weitere Informationen – auch zu den Öffnungszeiten und den Eintrittspreisen – gibt es im Kloster Alpirsbach, Telefon 07444/510 61, E-Mail info@kloster-alpirsbach.de, unter www.kloster-alpirsbach.de und unter www.schloesser-und-gaerten.de.