Mediziner aus Villingen-Schwenningen geben ihr Wissen an Kollegen weiter. Zum dritten Mal war Holger Bannasch für einige Wochen vor Ort.
Holger Bannasch, Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Ästhetische Chirurgie am Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen war mehrere Wochen im Sushma Koirala Memorial Hospital (SKMH) in Nepal, um Ärzte in modernen Techniken der mikrochirurgischen Gewebstransplantation zu schulen.
Zusammen mit drei weiteren Medizinern war er laut Pressemitteilung im Auftrag des gemeinnützigen Vereins Interplast-Germany im Einsatz. Der Verein entsendet regelmäßig zumeist deutsche Ärzte nach Nepal mit dem Ziel, medizinisches Wissen an lokale Ärzte weiterzugeben und sie in modernen Behandlungsmethoden zu schulen.
„Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt. Der Bedarf an medizinischer Behandlung ist hier enorm – auch im Bereich der plastischen Chirurgie“, erklärt Bannasch „Schwerste Verbrennungen zum Beispiel durch Arbeitsunfälle oder im häuslichen Umfeld haben trotz aller Präventivmaßnahmen ein katastrophales Ausmaß. Abgesehen von den seelischen Folgen ziehen solche Verletzungen auch körperliche Einschränkungen nach sich, beispielsweise durch sogenannte Verbrennungskontrakturen.“
Diverse plastisch-chirurgische Methoden könnten Abhilfe schaffen, so dass Patienten wieder mobil werden und sich aktiv an der Ernährung ihrer Familie beteiligen könnten, anstatt pflegebedürftig zu werden, betont der Chefarzt. Kinder hätten durch solche Eingriffe eine weitaus positivere Zukunftsperspektive. „Dementsprechend wichtig sind die Einsätze von Medizinern im Auftrag von Interplast-Germany“, ergänzt Bannasch.
Durch Fachvorträge, gemeinsame Fallbesprechungen und Operationen werden Ärzten am Sushma Koirala Memorial Hospital aktuelles medizinisches Wissen und neue Methoden vermittelt. Auf diese Weise ist aus einem anfangs einfachen Hospital eine große Spezialklinik geworden, in der nepalesische Spezialisten für verschiedene Disziplinen wie Anästhesiologie, Plastische Chirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder Orthopädie arbeiten.
Kostenlose Behandlung
In die Wege geleitet wurde der Einsatz durch das Ärzteehepaar Benzing aus Villingen-Schwenningen. Der ehemalige Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Schwarzwald-Baar-Klinikum und seine Frau, niedergelassene Fachärztin für Anästhesiologie, engagieren sich bereits seit Jahren bei Interplast-Germany. Vor einem Jahr hat Albert Benzing zudem das Amt des Country Director, Sektion Nepal, übernommen.
Bannasch war bereits zum dritten Mal in Nepal, Charlotte Rovers zum zweiten Mal. Das Sushma Koirala Memorial Hospital wurde 1997 durch Interplast-Germany und den nepalesischen Partner Sushma Koirala Memorial Trust gegründet, um mittellose Patienten kostenlos zu behandeln.
Fast ausschließlich durch Spenden finanziert
Bis heute wird die Klinik fast ausschließlich durch private Geld- und Sachspenden finanziert. Wer diese Arbeit unterstützen möchte, kann dies unter folgendem Spendenkonto tun: Kreissparkasse Köln, IBAN: DE73 3705 0299 0000 0928 01, SWIFT-BIC: COKSDE33. Weitere Informationen stehen auf www.nepalhospital.de zur Verfügung.