Steht das Schwarzwald-Baar-Klinikum Donaueschingen vor dem Aus? Nun wehren sich die Donaueschinger Gemeinderäte. Foto: Vedder

Donaueschingen stemmt sich gegen die geplante Schließung des Klinikums. Bald soll eine zweite Untersuchung vorliegen. Wie es dann weitergeht, wird sich zeigen.

Das von der Stadt Donaueschingen beauftragte Zweitgutachten zur Zukunft des örtlichen Klinikstandorts liegt nach Angaben der Stadtverwaltung kurz vor der Veröffentlichung.

 

Die Plausibilisierungsuntersuchung des Beratungsunternehmens HCS Partner soll am 7. April auf der städtischen Homepage veröffentlicht und parallel den Medien zur Verfügung gestellt werden. Damit erhalten Bürger die Möglichkeit, die Ergebnisse bereits vor der geplanten Informationsveranstaltung zur Krankenhausstruktur im Schwarzwald-Baar-Kreis am 15. April einzusehen.

Bei der Veranstaltung, zu der die Stadt, der Landkreis und die Schwarzwald-Baar Klinikum GmbH gemeinsam einladen, werden beide Gutachten vorgestellt: das bestehende Strukturgutachten der Beratungsfirma WMC Healthcare, das im Auftrag des Klinikums erstellt wurde, sowie die von der Stadt in Auftrag gegebene Plausibilisierungsuntersuchung, die insbesondere die Aussagen des ersten Gutachtens zum Standort Donaueschingen überprüft und bewertet.

Hintergrund ist der anhaltende Streit um die Zukunft des Donaueschinger Krankenhauses. Das erste WMC-Gutachten empfiehlt, den Standort angesichts bevorstehender gesetzlicher Vorgaben zunächst in eine Fachklinik, etwa für Orthopädie, umzuwandeln und ihn mittelfristig ganz zu schließen. Das würde eine weitgehende Konzentration der stationären Versorgung am Zentralklinikum in Villingen-Schwenningen bedeuten.

Der Donaueschinger Gemeinderat hatte im Dezember auf Antrag mehrerer Fraktionen (CDU, FDP/FW, GUB und Grüne) die Einholung einer zweiten Untersuchung beschlossen. Sie soll unabhängig prüfen, ob die im WMC-Gutachten angesetzten Umbau- und Sanierungskosten von über 60 Millionen Euro für das Donaueschinger Gebäude realistisch sind und ob eine vollständige Schließung tatsächlich unvermeidlich ist.

Außerdem wurde geprüft, ob die veranschlagten Neubaukosten für einen Erweiterungsbau in Villingen-Schwenningen inklusive der räumlichen und technischen Anbindung an den Bestand realistisch sind.​ In dem WMC-Gutachten wird davon ausgegangen, dass der Neubau 117 Millionen kosten würde – mit einem in Aussicht gestellten Zuschuss in Höhe von 70 Prozent der förderfähigen Kosten. 

Das Interesse an der Entscheidung ist groß: Sowohl die Klinikleitung als auch die Gesellschafter – der Landkreis und die Stadt Villingen-Schwenningen – warten auf das Ergebnis der Plausibilitätsprüfung, bevor über die künftige Struktur des Schwarzwald-Baar-Klinikums endgültig entschieden wird.