Gerhard Hinger verlässt nach neun Jahren im Amt als Geschäftsführer das Zollernalb-Klinikum. Markus Benicke übernimmt.
Neues Klinikgebäude, neuer Vorsitzender Geschäftsführer: Das Zollernalb-Klinikum steht vor baulichen und personellen Veränderungen. Die Inbetriebnahme des neuen Zentralklinikums im Zollernalbkreis ist zwar erst in vier Jahren geplant. Um einiges früher kommt es zum Wechsel in der Geschäftsführung.
Nach neun Jahren und mit Erreichen des 70. Lebensjahrs wird der bisherige Vorsitzende Geschäftsführer des Klinikums, Gerhard Hinger, im Herbst in den Ruhestand gehen. Für ihn übernimmt Markus Benicke, der bereits im März vom Aufsichtsrat des Zollernalb-Klinikums gewählt wurde.
Der Aufsichtsratsvorsitzende und Landrat Günther-Martin Pauli bedankte sich am Dienstagmorgen beim Pressegespräch zuerst bei Hinger für dessen Arbeit. Dieser habe ein „sehr konstruktives Wirken“ praktiziert und sei „über die gesamte Zeit ein sachverständiger Gesprächspartner“ gewesen.
Der kaufmännische Geschäftsführer Manfred Heinzler bleibt weiterhin Teil des Führungsteams.
Benicke wird zum 1. Oktober offiziell das Amt übernehmen. Bis dahin ist die Führungsriege bemüht, einen möglichst reibungslosen Übergang zu gewährleisten und den gebürtigen Münchner mit allen wichtigen Informationen zu versorgen, um ihn bestmöglich auf seine bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten.
Herausforderung stehen an
Herausforderungen kommen einige auf den 50-Jährigen zu. Diesen blickt Benicke optimistisch entgegen. Benicke studierte in München und absolvierte seine Facharztausbildung an der Charité in Berlin. „Als plastischer Chirurg arbeitete ich viel auf der Schwerstverbranntenstation und hatte viel mit Unfallopfern und Tumorerkrankten zu tun“, erklärte der 50-Jährige.
Stationen in Italien und Malta finden sich ebenfalls im Lebenslauf des Mediziners und Ökonomen. Benicke verfügt über langjährige Erfahrung in leitenden Positionen des Gesundheitswesens, studierte berufsbegleitend Gesundheitsökonomie. Er kennt sich sowohl im Bereich der Medizin als auch im Wirtschaftssektor aus.
Seit 2025 ist Benicke Ärztlicher Direktor der München-Klinik gGmbH. Zuvor war er unter anderem in Führungspositionen innerhalb der Schön-Klinik-Gruppe und bei den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in München tätig.
Planungen in einer vorangeschrittenen Phase
In all seinen Stationen war der Münchner mit Bauprojekten konfrontiert. So begleitete Benicke bereits die Zusammenlegung eines chirurgischen mit einem internistischen Haus. Diese Erfahrung kommt ihm nun im Zuge des Neubaus bei Balingen-Dürrwangen zugute.
Die Planungen des Neubaus befinden sich mittlerweile in einer vorangeschrittenen Phase. Benicke stellt direkt klar: „Mir geht es nicht darum, meinen persönlichen Stempel bei der Umsetzung der Raumkonzeption aufzudrücken. Das ist meines Erachtens am wenigsten gefragt.“
Vielmehr sehe er seine Aufgabe darin, alle beteiligten Parteien an einen Tisch zu holen und für die Mitarbeiter, die später dort arbeiten werden, optimale Bedingungen zu schaffen. Diese wurden am Montag bereits über den Personalwechsel informiert. Dass bis zur Eröffnung beide bisherigen Standorte des Klinikums in Albstadt und Balingen erhalten bleiben, ist für den neuen Geschäftsführer unabdingbar. Mögliche Sorgen und Ängste wegen einer Standortschließung erstickte er damit im Keim.
Generell freue er sich auf die Arbeit in einer Klinik im ländlichen Bereich. Herausforderung an solch einem Standort: „Der Versorgungscharakter spielt auf dem Land eine riesige Rolle. Hier haben die Patienten nicht die Auswahl wie in München und erreichen gefühlt in einer Gehminute schon die nächste Klinik“, so der Bayer. Daher sei es noch wichtiger, den Patienten gerecht zu werden.
Das System in Deutschland gehört zu den besten
Und was plant der scheidende Geschäftsführer nun? An den Ruhestand denkt er noch nicht. „Ich werde mein Engagement maximal auf die Übergangsphase richten.“ Ist die geschafft, würden sich seine acht Enkel bestimmt auf mehr Zeit mit ihrem Opa freuen, lässt Hinger durchblicken.
Zum Schluss appelliert er an alle: „Lassen Sie uns die Klinikarbeit bitte nicht schlechtreden. Uns stehen im Gesundheitsbereich generell viele Herausforderungen bevor, aber das System in Deutschland gehört nach wie vor zu den besten weltweit.“