Annemarie Huss ist eine der 25 Hebammen, welche die Mütter am Klinikum Freudenstadt bei der Geburt begleitet. Foto: KLF/Jacqueline Wardeski

Die Ausbildungsrate bei den Hebammen ist gut und die neueste deutschlandweite Geburtenliste zeigt, dass die Geburtenrate am Klinikum Freudenstadt – entgegen dem deutschlandweiten Trend – zugenommen hat.

25 Hebammen sind derzeit in Voll- und Teilzeit am Klinikum Freudenstadt beschäftigt, wie die Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH (KLF) mitteilt. 1103 Babys haben sie im vergangenen Jahr durch die Geburt begleitet. „Jede Frau, die in Freudenstadt ihr Kind zur Welt bringen wollte, konnte das auch tun“, freut sich Peter Seropian, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Freudenstadt.

Ausbildung ist Schlüssel zur Fachkräftegewinnung

Die stabile Personaldecke im Kreißsaal zu halten, sei auch in Freudenstadt nicht einfach. Das Klinikum setze seit Jahren konsequent auf eigene Ausbildung, erklärt die KLF. Zwei angehende Hebammen durchlaufen gerade das letzte Jahr der bisherigen beruflichen Hebammen-Ausbildung. Vier weitere absolvieren am Klinikum Freudenstadt das neue DH-Studium für Angewandte Hebammenwissenschaft, das in Kooperation mit der Hochschule Furtwangen angeboten wird. Das Hebammen-Studium hat inzwischen bundesweit den bisherigen Ausbildungsgang abgelöst.

Das Klinikum Freudenstadt bietet jährlich zwei Studienplätze in diesem Bereich an. „Unsere Ausbildungsplätze sind alle belegt und die Personalsituation im Kreißsaal ist stabil“, sagen Chefarzt Peter Seropian und Andreas Kuznik, der als leitender Oberarzt einen großen Teil der Geburten begleitet.

Die Hebammen werden am Klinikum Freudenstadt auch gebraucht, denn Freudenstadt stellt sich gegen den bundesweiten Trend der Geburtenrückgänge. Während die Zahlen in den Ballungsräumen von Stuttgart, Heidelberg und Freiburg 2022 um bis zu 20 Prozent eingebrochen sind, und die Zahlen auch bei den näheren Nachbarn in Calw, Herrenberg oder Tübingen sichtbar zurückgegangen sind, verzeichnet Freudenstadt einen kleinen Anstieg. 1103 Babys kamen 2022 am Klinikum zur Welt. Zehn mehr als im Jahr zuvor.

Teams arbeiten an Weiterentwicklung des Angebots

Dies führt der Chefarzt nicht zuletzt auf die engagierte Arbeit der Teams im Kreißsaal und auf der Station der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe zurück. Kontinuierlich arbeite man hier daran, das Angebot den Bedürfnissen der werdenden Eltern und den neuesten medizinischen Standards anzupassen. „Bonding“, der enge körperliche Eltern-Kind-Kontakt, und „Rooming-In“, das Zusammenwohnen von Eltern und Baby auf Station seien seit Jahren gelebte Praxis in Freudenstadt. Seit einiger Zeit wendet das Klinikum außerdem die Leitlinien „Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen“ der Weltgesundheitsorganisation WHO und Unicef an.