Am Freudenstädter Klinikum haben sechs Ärztinnen ihr Examen bestanden. Drei davon werden künftig in der Region praktizieren.
Da wurden am Klinikum Landkreis Freudenstadt ein paar Freudentränen verdrückt: Sechs Medizinstudentinnen haben im Mai ihr mündliches Staatsexamen bestanden. Es ist die letzte Hürde, die Studierende meistern müssen, um als Ärztinnen arbeiten zu dürfen. Drei der Examinierten werden dies künftig im Landkreis Freudenstadt tun, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums.
Alle angehenden Ärztinnen hatten bereits Teile oder alle Tertiale ihres Praktischen Jahrs (PJ) am Klinikum Landkreis Freudenstadt absolviert. Doch das Heimspiel änderte nichts am Anspruch des Examens. Die Prüflinge werden routinemäßig vor komplexe, uneindeutige Fälle gestellt, für die in einer vorgegebenen Zeit eine Diagnose erstellt werden muss. „Im mündlichen Staatsexamen wird der Härtefall des Arztlebens simuliert. Hier geht es um Fälle, in denen alles Wissen abgerufen und neu kombiniert werden muss“, erklärt der ärztliche Direktor des Klinikums, Florian Bea. Im zweiten Teil des Examens findet eine theoretische Prüfung statt, in der die Kandidatinnen beweisen müssen, wie tief und fundiert ihr Fachwissen ist.
Jahrgang präsentiert sich gut vorbereitet
Die Prüfungskandidatinnen bestanden mit besten Noten, heißt es in der Pressemitteilung. Von Florian Bea gab es bei der feierlichen Notenverkündung deshalb auch Lob: „Sie waren top vorbereitet.“
Vor dem Examen als finalem Meilenstein steht das PJ als letzter Ausbildungsabschnitt. Sarah Beilharz (Wahlfach Pädiatrie) hatte ihr komplettes Praktisches Jahr am Klinikum absolviert, ebenso Luise Stierl (Wahlfach Gynäkologie und Geburtshilfe), die als Ärztin am Klinikum bleiben wird. Auch Sarah Beilharz bleibt der Region als Ärztin erhalten – sie war Stipendiatin des Landkreises Freudenstadt.
Mareike Behme (Wahlfach Radiologie) hatte zwei Tertiale ihres Praktischen Jahrs am Klinikum absolviert, genau wie Jeanette Greubel (Wahlfach Pädiatrie), die sich ebenfalls entschieden hat, weiterhin als Ärztin im Klinikum Freudenstadt zu arbeiten. Marie Koloseus (Wahlfach Pädiatrie) und Catrina Thönnes (Wahlfach Anästhesiologie) haben zweieinhalb, beziehungsweise ein Tertial ihrer Ausbildung am Klinikum Freudenstadt absolviert.
Betreut wurden sie während dieser Zeit von Oberärztin und PJ-Beauftragter Jasmin Brühler und ihrer Kollegin Jutta Seeger. Als sich die jungen Medizinerinnen bei ihren beiden Betreuerinnen bedankten, flossen Freudentränen.
Expertenkommission aus dem Klinikum
Zwei Prüfungskommissionen begleiteten das Staatsexamen. Den Prüfungsvorsitz teilten sich Florian Bea (Kardiologie), Klaus Fellermann (Innere Medizin) und René Hennig (Chirurgie).
Als prüfende Ärzte saßen in der Kommission außerdem Ionut Cobec (Gynäkologie), Gerald Hellstern (Pädiatrie) sowie die externen Prüfer Gabriel Keller (Radiologie) und Andreas Körner (Anästhesiologie).
Nachwuchsarbeit von Klinikum und Kreis greift
Aber nicht nur die Prüfungskommission und die frischgebackenen Ärztinnen, auch der Landkreis und das Klinikum freuen sich über die erfolgreichen Prüfungen. Vor allem darüber, dass die Hälfte der erfolgreichen Absolventinnen in der Region bleiben wird.
Klinikum und Landkreis investieren in Ausbildung und Personalgewinnung, um die medizinische Versorgung im Landkreis zu sichern, heißt es in der Mitteilung. „Wenn junge Menschen einen Großteil ihres PJs bei uns absolvieren und dann als Ärztinnen bleiben, freut uns das sehr“, wird die Geschäftsführerin zitiert. „Es zeigt, dass unsere Arbeit greift. Wir wünschen den frischgebackenen Ärztinnen für ihren Berufsweg alles Gute.“