Am 7. April ist die weitere Studie zur Schließung des Donaueschinger Klinikstandorts veröffentlicht worden. Es macht wenig Hoffnung.
Der Klinikstandort Donaueschingen steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Während zunächst die Umwandlung in eine orthopädische Fachklinik bereits beschlossen ist, bleibt die langfristige Zukunft des Hauses noch offen.
Seit Anfang 2025 gilt das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), das bundesweit Klinikstrukturen neu ordnet. Der Weiterbetrieb des Donaueschinger Hauses in seiner bisherigen Form ist rechtlich nicht mehr möglich. Die Schwarzwald-Baar Klinikum GmbH hat deshalb entschieden, den hiesigen Standort voraussichtlich ab 2027 zu einer orthopädischen Fachklinik umzubauen.
Offen ist hingegen, ob diese Donaueschinger Fachklinik dauerhaft bestehen bleibt oder nur eine Übergangslösung darstellt. Eine Variante sieht vor, den Standort Donaueschingen 2031 aufzugeben und alle stationären Leistungen endgültig nach Villingen-Schwenningen zu verlagern.
Zwei Gutachten liegen jetzt vor
Grundlage der Diskussion sind zwei Gutachten: Zum einen das WMC-Gutachten im Auftrag des Klinikums, zum anderen eine von der Stadt Donaueschingen beauftragte Plausibilisierungsstudie des Büros HCS Partners, welche nun seit 7. April vorliegt.
Das WMC-Gutachten kommt zum Ergebnis, dass eine Konzentration der stationären Versorgung in Villingen-Schwenningen mittelfristig am wirtschaftlichsten wäre. Es beziffert das Einsparpotenzial einer Konsolidierung auf rund 77 Millionen Euro.
Tendenz bestätigt
Die HCS-Plausibilisierung bestätigt diese Tendenz grundsätzlich, korrigiert die Dimension aber deutlich nach unten. Je nach Annahmen zu Baukosten, Sanierungsaufwand und Förderquoten reduziert sich der finanzielle Vorsprung einer Konzentration auf bis zu rund 15 Millionen Euro.
Dennoch bleibt in allen Szenarien die Konsolidierung aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht im Vorteil.
Klar ist damit: Ein Weiterbetrieb in Donaueschingen ist nicht ausgeschlossen, aber an Bedingungen geknüpft. Die HCS-Studie hält eine dauerhafte orthopädische Fachklinik nur dann für tragfähig, wenn Fallzahlen und Auslastung deutlich steigen, Abläufe konsequent ambulant und schlank organisiert werden, baulich eine passgenaue Lösung entsteht und Fördermittel eingeholt werden.
Über den weiteren Weg entscheiden die Gesellschaftergremien – der Kreistag und der Gemeinderat Villingen-Schwenningen. Die Stadt Donaueschingen ist nicht Gesellschafterin des Klinikums. Sie hat also kein Mitspracherecht, sich aber mit dem zweiten Gutachten in die Debatte eingebracht.
Um die Öffentlichkeit zu informieren, laden Landratsamt, Stadt Villingen-Schwenningen und Schwarzwald-Baar Klinikum zu einer Informationsveranstaltung ein: Sie findet am Mittwoch, 15. April, um 18.30 Uhr in den Donauhallen statt.