Das Schwarzwald-Baar-Klinikum in Donaueschingen. Der Standort wird vom SBK infrage gestellt. Foto: Daniel Vedder

Ist der Standort Donaueschingen des Schwarzwald-Baar-Klinikums noch zu retten? Wenn es nach den Christdemokraten geht: Ja. Der Fraktionssprecher erläutert Details.

Der Kampf um den Erhalt des Donaueschinger Klinikstandorts geht in die nächste Runde: Bei der Hauptausschusssitzung am Dienstag, 4. November, kündigte CDU-Fraktionssprecher Marcus Greiner an, einen Antrag zu stellen, in welchem gefordert wird, dass die Stadt Donaueschingen ein neues Gutachten in Auftrag geben soll, welches sich mit der Ausgangslage des Schwarzwald-Baar-Klinikums (SBK) befasst.

 

Der Diskussion um eine Schließung des Donaueschinger Standorts liegt ein Gutachten zugrunde, das von der Geschäftsführung des Schwarzwald-Baar-Klinikums in Auftrag gegeben und vor vier Wochen veröffentlicht wurde. Aus diesem Gutachten geht hervor, dass es aus wirtschaftlicher Sicht am sinnvollsten wäre, mittelfristig alle stationären medizinischen Leistungen von Donaueschingen nach Villingen-Schwenningen umzusiedeln. Gemäß dem Gutachten rechnet sich der Weiterbetrieb in Donaueschingen nicht, denn darin heißt es, dass rund 60 Millionen Euro anfallen würden, um das 50 Jahre alte Klinikgebäude zu sanieren.

„Uns geht es nicht darum, zu dem bestehenden Gutachten ein Gegen-Gutachten zu erstellen, sondern die Eingangswerte des bestehenden Gutachtens unabhängig überprüfen zu lassen“, erklärt Greiner. „Somit erfahren wir, ob alle Gesichtspunkte untersucht wurden, die für den möglichen Erhalt unseres Standorts relevant sein könnten und ob die Kosten, die im Gutachten publiziert wurden, realistisch sind.“

Zwar wisse man, dass die letztendliche Entscheidung über die mittelfristige Aufgabe des Standorts nicht in Donaueschingen gefällt werde, jedoch gebiete es die Transparenz, dass das SBK-Gutachten nochmals von einem Fachbüro durchleuchtet werde. Greiner schätzt, dass sich die Kosten für die Erstellung eines zweiten Gutachtens auf 30 000 bis 40 000 Euro belaufen werden. „Wir werden beantragen, diese Mittel in den Haushalt 2026 einzustellen.“ Inhaltlich müsse der Antrag noch formuliert werden. „Wir laden alle anderen Fraktionen dazu ein, sich an diesem Antrag zu beteiligen“, so Greiner.

Die Chancen, dass sich die GuB, SPD, FDP und Grüne dem Antrag anschließen, stehen gut: Bereits im September haben alle Fraktionen eine gemeinsame Resolution auf den Weg gebracht. In dem Schreiben appellieren die Räte an den Aufsichtsrat, die Gesellschafterversammlung und die SBK-Geschäftsführung, den Donaueschinger Standort nicht aufzugeben.

Ob der Donaueschinger Standort tatsächlich geschlossen wird, wird letztlich vom Kreistag und dem Villinger Gemeinderat entschieden. Die Entscheidung wird voraussichtlich im ersten oder zweiten Quartal 2026 fallen.