Der Donaueschinger Gemeinderat kämpft noch mal um den Erhalt des Standorts. Die Bürgermeister aus dem südlichen Teil des Kreises wählen einen anderen Ansatz. Foto: Daniel Vedder

Die Zukunft der Klinik in Donaueschingen wird Anfang Mai entschieden. Zwei Gutachten sprechen für eine Schließung, der Gemeinderat appelliert trotzdem für den Erhalt.

Anfang Mai fällt die Entscheidung über die Zukunft des Klinikstandorts Donaueschingen. Bleibt das Schwarzwald-Baar-Klinikum hier als orthopädische Fachklinik erhalten oder ziehen auch die verbliebenen Angebote an den Hauptstandort nach Villingen-Schwenningen?

 

Diese Entscheidung werden der Kreistag und der Gemeinderat VS fällen. Nun richtet sich die Politik von der Baar noch einmal mit zwei Resolutionen an die Entscheidungsträger – und hat dabei unterschiedliche Appelle.

Zwei Gutachten hatten ergeben, dass eine Schließung der Klinik in Donaueschingen und eine Zusammenlegung der Standorte im Oberzentrum wirtschaftlich am sinnvollsten sind und im Vergleich zum Erhalt des zweiten Standorts mindestens einen zweistelligen Millionenbetrag einsparen würden.

Zwei Gutachten

Die Tendenz ist klar, darüber macht sich auch im Gemeinderat wohl niemand Illusionen. Trotzdem hat sich das Donaueschinger Gremium noch mal mehrheitlich mit einer Resolution an die Gesellschafter des Klinikums gerichtet. Die Fraktionen der CDU, FDP/FW und GUB argumentieren darin unter anderem, dass eine anvisierte Schließung schon jetzt die Personalsituation vor Ort verschärfen würde. Aufgrund ausbleibender Investitionen in die Gebäudesubstanz könnte der Betrieb ebenfalls schneller gefährdet werden, als eine angestrebte Schließung in beispielsweise fünf Jahren eintreten würde.

Außerdem appellieren die Fraktionen dazu, bei der Entscheidung zu bedenken, dass dezentrale Strukturen sowohl hinsichtlich der Resilienz in einem Krisenfall wie einer Pandemie als auch bei der Fachkräftegewinnung Erfolg versprechender seien als bei einer Zentralisierung an einem Standort.

„Nachnutzung regeln“

Nicht angeschlossen hatten sich Grüne und SPD. „Die Fakten liegen nach dem zweiten Gutachten auf dem Tisch“, sagt Jens Reinbolz (SPD). „Wir müssen jetzt schauen, wie wir die Nachnutzung geregelt bekommen, wenn die Klinik geschlossen wird.“

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen auch die Bürgermeister aus dem südlichen Teil des Kreises. Die Rathaus-Chefs von Bad Dürrheim, Blumberg, Bräunlingen, Brigachtal, Donaueschingen und Hüfingen appellieren in einer Resolution an die Trägergremien, im Falle einer Schließung durch einen Teil der Einsparungen beim Aufbau einer ambulanten Notfallversorgung zu helfen.

„Bei einer Schließung des Donaueschinger Klinikstandorts halte ich es für angemessen, wenn zumindest ein kleiner Teil der dadurch erzielten Einsparungen wieder in die ärztliche Versorgung des Südkreises zurückfließt“, sagt Donaueschingens Oberbürgermeister Erik Pauly. Diesen Antrag möchten die Städte auch im Kreistag einreichen.