Die Hechinger Kreisjägervereinigung will ihren Teil bei der Umstellung der Baumflächen auf die neuen Klimabedingungen beitragen. Die Jagd soll in diesen Prozess integriert werden.
Der Wald der Zukunft und die Leistungen engagierter Waidfrauen und Waidmänner standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Kreisjägervereinigung Hechingen. Kreisjägermeister Markus Schuler hatte erneut zahlreiche Mitglieder sowie Gäste aus Politik, Verwaltung und Verbänden um sich im „Museum“ versammelt. In seinem Bericht zog Schuler eine positive Bilanz für die Vereinigung.
Die Kreisjäger im Altkreis Hechingen zählen derzeit 806 Mitglieder und bleiben damit weiterhin auf Wachstumskurs. Besonders erfreulich sei die hohe Zahl an Neumitgliedern und die große Bereitschaft vieler Mitglieder, sich in verschiedenen Bereichen der Vereinsarbeit einzubringen.
Waldumbau als zentrales Thema
Ein zentrales Thema war der Waldumbau. In den Grußworten ging Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn auf die Herausforderungen ein, vor denen die Wälder durch Klimawandel und Trockenperioden stehen. Zu Gast war die Vertreterin eines großen Waldbesitzers: Johanna Heinemann von der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern gab Einblicke in die aktuelle Strategie des Hauses zum Umbau der Wälder hin zu klimaresilienten Beständen. Dabei wurde deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzenden, Forstleuten und Jägerschaft notwendig ist.
Der Fachvortrag von Sarina Beiter vom Landesjagdverband Baden-Württemberg knüpfte daran an. Sie stellte das Projekt „Wild. Wald. Bewusstsein“ vor und erläuterte, wie Jagd und Waldentwicklung zusammen gedacht werden müssten. Anhand praktischer Beispiele zeigte die Referentin, wie eine angepasste Jagdstrategie dazu beitragen kann, den Waldumbau zu unterstützen und gleichzeitig Wildbestände verantwortungsvoll zu bewirtschaften.
Zahlreiche Ehrungen
Die Kreisjägervereinigung ehrte zahlreiche Mitglieder für ihre Treue. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Willi Ritter und Herrmann Schmidt ausgezeichnet. Seit 40 Jahren gehören der Vereinigung an Josef Musler, Martin Neumaier, Michael Hoch, Karl Jelesnjanski, Jürgen Veser und Oliver Beck. Auf ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft blicken Peter Bohlmann, Norbert Bosch, Karl Kohler und Franz Josef Zöhrlaut zurück.
Für 60 Jahre Engagement wurden Franz Winter, Willi Fußnecker und Johann Locher geehrt. Außerdem wurden bei den Jagdhornbläsern Karl Anton Neuburger und Hubert Freudemann für zehn Jahre Bläsertätigkeit, Wolfgang Jung für 30 Jahre ausgezeichnet. Den Abend musikalisch umrahmt hatten die die Jagdhornbläsergruppen aus Alb, Hechingen und Haigerloch.
Ehrungen und Wahlen
Ehrung
Ein besonders bewegender Moment der Versammlung war die Ehrung von Edgar Hähn. Der langjährige Nachsucheführer der Kreisjägervereinigung wurde für sein jahrzehntelanges Engagement mit der Verdienstnadel in Silber des Landesjagdverbands Baden-Württemberg ausgezeichnet. In ihrer Laudatio würdigte die stellvertretende Bezirksjägermeisterin Katrin Schuler seinen Einsatz: „Mit deiner Arbeit lebst du tagtäglich den aktiven Tierschutz. Du bist zur Stelle, wenn andere Hilfe brauchen, wenn die Jagd ihre schwierigste und zugleich verantwortungsvollste Seite zeigt.“ Die Auszeichnung wurde mit Applaus begleitet.
Wahlen
Außerplanmäßig stand zudem eine Personalentscheidung auf der Tagesordnung. Edgar Schweier wurde von der Versammlung zum neuen stellvertretenden Kreisjägermeister gewählt. Der Vorstand hatte ihn zuvor entsprechend der Satzung bestimmt und dem Gremium zur Wahl vorgeschlagen. Die Mitglieder bestätigten diese Entscheidung in der Hauptversammlung und übertrugen Schweier damit offiziell die Aufgabe, Kreisjägermeister Markus Schuler künftig in der Leitung der Kreisjägervereinigung zu unterstützen.