Ein kostbares Gut: Der Wald, wie hier bei Berneck Foto: Jansen

Der Klimawandel macht dem Wald zu schaffen. Im Gemeinderat Altensteig ging es nun darum, auf welche Baumarten die Förster für die Zukunft setzen.

Der Klimawandel macht dem Wald zu schaffen – das stellte Inge Hormel, Abteilungsleiterin des Bereichs Forstbetrieb und Jagd im Landratsamt Calw, bei ihrem Bericht im Gemeinderat Altensteig deutlich fest. Deshalb arbeiten die Förster daran, den (Stadt)Wald für die Veränderungen zu rüsten.

 

Förster Reiner Stoll erläuterte, dass eine natürliche Verjüngung des Waldes ein Ziel sei. Allerdings: Das können nur die Arten sein, die ohnehin bereits im Wald zu finden sind: Tanne, Fichte und Buche.

Mischwald ist unerlässlich für klimaresistenten Forst

Andere Samen kommen höchstens durch den Wind oder Vögel herein – dann werden die Förster auch mal von einer Birke oder Eiche überrascht. Diesen müssten die Förster aktiv helfen, um den Mischwald aufzubauen. Auch die Baumentnahme gehört zu den Aufgaben des Försters, um so einzelne Bäume oder Arten zu unterstützen.

Denn der ist elementar für einen klimaresistenten Forst. Greift der Borkenkäfer die Fichte an, bleiben noch die anderen Arten, nennt er als Beispiel.

Vor allem mit heimischen Arten soll der Wald breit aufgestellt werden: Eiche, Spitz- und Feldahorn, die Vogelbeere und die Linde sind Beispiele. Sie wachsen bislang in niedrigeren Lagen, wo es wärmer ist. „Ich denke, die heimischen dominieren immer noch“, meint Stoll.

Die Vogelbeere ist einer der Bäume, die den Wald fit für den Klimawandel machen könnten. Foto: Jansen

Auch Bäume, die zwar nicht wirklich einheimisch, aber schon lang in Deutschland zu finden sind, hat er im Blick. Dazu gehören Esskastanie, Kirsche und Walnuss. Diese Bäume waren ursprünglich aus dem asiatischen und mediterranen Raum eingebracht worden.

Douglasie und Roteiche sind ebenfalls keine heimischen Arten, aber sehr robust und schon seit einiger Zeit Bestandteil der deutschen Forste.

Eine junge Douglasie steht am Wegrand im Wald bei Berneck. Foto: Jansen

Dabei werfe Stoll auch einen Blick in südliche Gefilde und welche Bäume eingebracht werden könnten, auch als Alternative zu den Nadelhölzern. Dazu gehören etwa Zedern, die ungarische Eiche oder die Orient-Buche.

Stadtrat Andreas Lamparth (FW) wollte wissen, welche Schädlinge durch neue Arten möglicherweise aufkommen könnten. Inge Hormel erklärte dazu, dass ein Großteil wohl heimische Arten sein würden oder Arten, mit denen die Förster bereits Erfahrung hätten.

Schädlinge kämen auch durch die Klimaveränderung an sich auf. So gebe es heute viel häufiger den Eichenprozessionsspinner. Andere Schädlinge würden durch den internationalen Handel eingeschleppt.

Auch Nasslagerung wird durch Klimawandel schwieriger

Nicht nur bei den lebenden Bäumen spielt der Klimawandel eine Rolle. Auch bei der Holzlagerung, erläutert Stoll. Denn werden die Bäume gefällt, soll das Holz möglichst lange frisch aussehen. Der große Gegner dabei: Der Pilz. Dieser braucht Feuchte, um gut zu gedeihen.

Das Nasslager bei Berneck Foto: Jansen

Das heißt, das Holz muss entweder trocken gelagert werden oder so stark mit Wasser getränkt, dass kein Sauerstoff mehr hineinkommt. Das Nasslager sei die effektivste Variante, erläuterte der Förster. Etwa beim Nasslagerplatz Berneck konnte Holz schon drei bis vier Jahre gelagert werden, ohne Verluste.

Nun aber der Klimawandel: Die Pegel in Flüssen sinken, Wasser wird knapper. Das trifft dann auch die Förster und die Holzlagerung im Nasslager.