Mit Extremwetterereignissen wie dem Hochwasser in Rangendingen am ersten Juniwochenende 2024 muss in Zukunft verstärkt gerechnet werden. Foto: Roth

350 Bürger aus dem Zollernalbkreis haben bereits teilgenommen: Derzeit läuft eine Online-Umfrage zur Klimaanpassung im Zollernalbkreis. Die Zwischenbilanz fällt positiv aus.

Die jüngste Hitzewelle Ende Juni kam für den Zollernalbkreis untypisch früh im Jahr. Laut Klimaexperten sind die hohen Temperatur bereits vor Beginn der sogenannten Hundstage (23. Juli bis 23. August 2025) ein Alarmzeichen – auch für einen langfristigen Trend.

 

Hinsichtlich der Erderwärmung erarbeitet derzeit auch die Landkreisverwaltung ein integriertes Klimaanpassungskonzept. Das Ziel ist es, den Auswirkungen der Erderwärmung und den damit einhergehenden Folgen strukturiert zu begegnen, negative Folgen abzumildern und Chancen für den Zollernalbkreis zu nutzen, wie es in einer Pressemitteilung der Kreisbehörde zu Jahresbeginn hieß. Begleitet wird die Erstellung des Klimaanpassungskonzepts für den Zollernalbkreis durch die Planungsbüros alpS (Innsbruck) und Klima Plus (Freiburg), die dafür Erfahrungswerte aus anderen Landkreisen mitbringen.

Teil dieses Klimaanpassungskonzeptes ist eine Umfrage unter den Kreisbürgern, die noch bis zum 31. Juli läuft. Darin können Bürger unter anderem angeben, was sie unter dem Begriff Klimaanpassung verstehen, wie sich dieser vom Begriff „Klimawandel“ unterscheidet und welche Arten von Extremwetterereignissen die Zollernälbler in den vergangenen Jahren verstärkt wahrgenommen haben.

Online-Umfrage wird eigenes Kapitel gewidmet

Auf Anfrage teilt Steffen Maier, Sprecher der Kreisbehörde, unserer Redaktion mit: „Ziel ist es einerseits, den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit zu bieten, sich in die Konzepterstellung einzubringen und andererseits helfen die Rückmeldungen dabei einzuschätzen, welche Themen besonders präsent sind und was vielleicht bereits getan wird.“ Die Rückmeldungen aus der Umfrage werden daher mit in die Konzepterstellung einfließen und zusätzliche Impulse für die Erhebung der Klimafolgen und die Ermittlung möglicher Maßnahmen im Zollernalbkreis liefern. Der Online-Umfrage und ihren Ergebnissen werde im Klimaanpassungskonzept ein eigenes Kapitel gewidmet.

Mit der Bürgerbefragung gewinnen die Fachleute im Landratsamt auch einen Eindruck davon, welchen Stellenwert der Klimaschutz in der derzeit von multiplen Krisenherden geprägten Welt einnimmt. Fragen zielen beispielsweise darauf ab, wie sich das Bewusstsein für das Thema Klimaanpassung in den vergangenen Jahren verändert hat. Aber auch darauf, welche Maßnahmen die Bürger selbst schon zum Schutz vor Hochwasser oder Hitze unternommen haben und welche sie sich von der Landkreisverwaltung wünschen.

Bereits hilfreiche Ideen geäußert

Wie Maier weiter informiert, haben bereits rund 350 Personen an der Umfrage teilgenommen. Die anonyme Umfrage dauere nur wenige Minuten und sei über den Internetauftritt des Landkreises unter www.zollernalbkreis.de erreichbar. Er zieht eine erste positive Bilanz: Unter den Antworten befänden „sich bereits einige hilfreiche Ideen und viel Zustimmung zur Notwendigkeit der Klimaanpassung“.

Das Klimawandelanpassungskonzept solle bis Ende nächsten Jahres inklusive Betroffenheitsanalyse und Maßnahmenkatalog vorliegen. Beteiligt sind neben der Bürgerumfrage auch die Kommunen und die Fachleute im Landratsamt. Betroffen sind beispielsweise die Bereiche Wasser und Bevölkerungsschutz, Forst- und Landwirtschaft, Naturschutz und Biodiversität. Ebenso der Tourismus, wenn, wie zunehmend feststellbar, die Winter kürzer werden und sich im Gegenzug die Schönwetter-Wander-Periode verlängert. Oberstes Ziel sei es, ein möglichst vollständiges Bild zu ermitteln, um ein auf den Zollernalbkreis maßgeschneidertes Konzept zu entwickeln.