Der Dürr-Konzern ist in vielen Bereichen aktiv, die für eine klimaneutrale Transformation der Gesellschaft entscheidend sind. Im Gebäudesektor sorgen ressourcenschonende Rohstoffe wie Holz für messbare Beiträge zur CO2-Reduktion. Die Homag Group bietet Produktionsanlagen an, mit denen sich Bauelemente für Holzhäuser fertigen lassen. Foto: Weinmann Holzbausystemtechnik GmbH

Der Dürr-Konzern, zu dem Homag gehört, hat eine ganzheitliche Klimastrategie vorgestellt. Bis 2030 will der Maschinen- und Anlagenbauer die von ihm verursachten Emissionen von Treibhausgasen um 70 Prozent senken und so zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels beitragen.

Schopfloch/Bietigheim-Bissingen - Neben den eigenen Emissionen hat der Konzern laut Pressemitteilung auch den Klimaeffekt aus der vorgelagerten Lieferkette und der Nutzung seiner Produkte im Blick. Das Leitmotiv der neuen Klimastrategie heißt "Investieren statt kompensieren". Statt Emissionen durch Zahlungen zu kompensieren, will Dürr in klimafreundliche Technologien investieren, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu minimieren.

"Wir nehmen unsere Verantwortung für den Klimaschutz aktiv wahr. Mit unserer Klimastrategie und den entsprechenden Reduktionszielen gehören wir zu den Vorreitern im Maschinen- und Anlagenbau. Ökologische Nachhaltigkeit hat bei Dürr Tradition. So sind wir bereits seit den 1960er-Jahren in der Umwelttechnik aktiv. Bei Kunden auf der ganzen Welt leisten unsere Technologien einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Emissionen in der Produktion. Den ökologischen Fußabdruck unserer eigenen Standorte werden wir durch Investitionen in klimafreundliche Technologien und Gebäude und die Umstellung auf Ökostrom stark reduzieren", wird Jochen Weyrauch, künftiger Vorstandsvorsitzender der Dürr AG und zuständig für die Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns, in der Mitteilung zitiert.

Wissenschaftlich begleitet

Derzeit lässt das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Klimastrategie und deren Ziele von der "Science Based Targets initiative" (SBTi) wissenschaftlich validieren. Die weltweit anerkannte Organisation prüft, ob die vom Dürr-Konzern angestrebten Reduzierungen in Einklang mit dem Erreichen des 1,5-Grad-Ziels aus dem Pariser Klimaabkommen stehen.

Im Jahr 2019 beliefen sich die dem Dürr-Konzern direkt zurechenbaren CO2-Emissionen auf rund 57 000 Tonnen. Dabei handle es sich um die sogenannten Scope-1- und 2-Emissionen, die im Wesentlichen aus dem Standortbetrieb und dem Zukauf von Energie resultieren. Die Klimastrategie enthalte Maßnahmen, um diese Emissionen bis 2030 um 70 Prozent zu senken.

Start in Schopfloch

Bis 2023 würden alle Standorte weltweit ausnahmslos auf Ökostrom umgestellt, so das Unternehmen. Überdies investiere der Konzern stark in Photovoltaik. Den Anfang machten die deutschen Standorte Bietigheim-Bissingen, Schopfloch und Holzbronn. Allein dafür würden 1,4 Millionen Euro investiert. Im zweiten Schritt sollen weitere Werke in Deutschland, Polen, China und den USA folgen.

Ergänzend sollen ORC-Anlagen (Organic Rankine Cycle) aus dem eigenen Produktprogramm installiert werden. Damit lasse sich nachhaltig Strom aus Abwärme erzeugen. Mithilfe von Photovoltaik und ORC sollen die entsprechend ausgerüsteten Standorte mindestens 70 Prozent des benötigten Stroms klimaneutral selbst erzeugen.

Von der Straße auf die Schiene

Weitere Emissionsreduzierungen sollen durch Gebäudeinvestitionen erreicht werden. Zum Beispiel würden die im Frühjahr angekündigten Neubauten bei Homag in Schopfloch und Sroda (Polen) mit energieeffizienter Gebäudetechnik ausgerüstet. Auch bei Beleuchtung und Heizung werde auf verbrauchsarme Technik umgestellt. Unter dem Strich will der Dürr-Konzern die Energieeffizienz seiner Standorte jedes Jahr um ein bis zwei Prozent verbessern. Zudem werde die komplette Firmenfahrzeugflotte in Deutschland bis spätestens 2030 auf alternative Antriebe umgestellt.

Beschäftigte werden eingebunden

Bei seinen Lieferanten will der Dürr-Konzern verstärkt auf Nachhaltigkeit hinwirken. Aktuell werde ein Programm entwickelt, das finanzielle Anreize für Lieferanten mit klimafreundlichen Prozessen biete. In der Logistik sollen mehr Warentransporte von der Straße auf die Schiene verlagert und Transporte per Luftfracht so weit wie möglich vermieden werden.

Auch die Beschäftigten würden in die neue Klimastrategie eingebunden. Vorschläge aus der Belegschaft, die zur ökologischen Transformation des Unternehmens beitragen, sollen durch ein neues Programm für das Ideenmanagement gefördert und belohnt werden. Zudem arbeite der Konzern an Angeboten für Pendler, um Emissionen auf dem Arbeitsweg zu senken.