Die Stadt nutzt Gebäude für Schulen, Sport oder die Verwaltung. Überall wird Energie insbesondere für Heizung und Strom verbraucht. Darauf hat nun die Energiemanagerin Rebecca Bader ein Auge.
Weg von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas hin zu nachhaltigeren Energieformen wie beispielsweise Sonne oder Wind ist ein Ziel, das mittlerweile auch gesetzlich seinen Niederschlag gefunden hat. Kommunen müssen eine Wärmeplanung vorlegen – und sollen in den von ihnen genutzten Gebäuden mit gutem Beispiel voran gehen.
Seit Oktober 2024 ist Rebecca Bader die Energiemanagerin der Stadt Trossingen. „Die Ressourcenknappheit und die gesetzlichen Anforderungen machen ein Energiemanagement nötig“, sagt die 34-Jährige. Sie hat Geowissenschaften studiert und vor ihrem Wechsel nach Trossingen beim Gemeindeverwaltungsverband in Donaueschingen gearbeitet. „Die Stadt hatte bereits erste Schritte gemacht hin zu mehr Energieeffizienz – das will man jetzt mit dieser Stelle optimieren.“ Will heißen: Rebecca Bader hat einen Arbeitgeber vorgefunden, der sich bereits auf die Reise gemacht hat bei diesem Thema.
85 Liegenschaften
Ihre Stelle ist im städtischen Hochbauamt angesiedelt. Denn hier kümmert man sich sowieso um das Gebäudemanagement. Insgesamt nutzt die Stadt laut der Energiemanagerin derzeit 85 Liegenschaften. Der Wärmeverbrauch der für das Energiemanagement relevanten Gebäude hat 2023 rund 4000 Megawattstunden betragen. Der Stromverbrauch dieser Liegenschaften lag, inklusive Straßenbeleuchtung, im Jahr 2023 bei rund 1400 Megawattstunden.
Die kommunale Wärmeplanung für Trossingen soll bis zum Jahr 2028 fertig sein. Dieser Plan gibt unter anderem Gebäudeeigentümern eine Orientierung für ihre Energieplanung. Zum Beispiel, ob, wo und bis wann man sich an ein Fernwärmenetz anschließen lassen kann. Für Rebecca Bader steht eine energetische Gebäudebegehung auf dem Plan, um zu erfassen, wie die städtischen Liegenschaften beim Energieverbrauch liegen und wie man mit vorhandenen Mitteln dies optimiert. Die meiste Energie (Strom und Heizung) verbrauchen im Übrigen Sporthallen. Beim Thema Photovoltaik auf Dächern von städtischen Liegenschaften will man vorankommen. Es gebe bereit PV-Anlage beispielsweise auf der Fritz-Kiehn-Halle oder dem Gymnasium. Diese Anlagen sind an die Stadtwerke Trossingen verpachtet.
Ziel Energiebericht
Rund 70 der städtischen Liegenschaften hat sie bisher für ihr Aufgabengebiet erfasst. Das soll möglichst noch in diesem Jahr in einem Energiebericht münden, der dann im Gemeinderat behandelt wird. „Die Stadt Trossingen hat den Klimapakt unterschrieben und will bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein.“ Wichtig ist ihr, die Nutzer der Gebäude auf diesem Weg mitzunehmen. Die Zusammenarbeit mit dem Bauamt funktioniere sehr gut.
Rebecca ist allerdings in Sachen Energie für Privatleute nicht konkret beratend tätig. Diese können sich an die regionale Energieagenturen wenden.
Den Energieverbrauch zu senken, bedeute auch geringere Kosten und damit Einsparungen. In allen Kommunen gebe es einen Sanierungsstau. „Wichtig ist, dass die Brisanz des Themas Energieeffizienz erkannt ist sowie die Chancen, die darin liegen.“ Weil nicht alles Wünschenswerte sofort finanzierbar sei, gehe es darum, einen Kompromiss zu finden, mit dem alle leben könnten. Chancen gebe es außerdem durch digitale Unterstützung bei der Erfassung und Überwachung vom Energieverbrauch. Damit es hier schneller geht, nutzt man Zwischenlösungen, um voranzukommen.