Die Arbeiten zur Renaturierung des Langenwald-Moors in Freudenstadt sind weitgehend beendet. Den Rest muss jetzt die Natur erledigen.
Rund 20 000 Euro und viel Arbeitszeit der städtischen Forstmitarbeiter sind in das außergewöhnliche Projekt geflossen, das die Fraktion Bürgeraktion im Gemeinderat angestoßen hatte. 2500 Euro steuerten jetzt die Stadtwerke bei.
Rund 500 Arbeitsstunden hat die Projektgruppe des städtischen Fortbetriebs aufgewendet, um das alte Moor zu retten. Vor allem Auszubildende waren eingebunden, angeleitet von Forstwirtschaftsmeister Sebastian Braun. Davon berichtet die Stadt in einer Pressemitteilung.
Oberbürgermeister Adrian Sonder und Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Günther ließen sich das Ergebnis zeigen. Sie waren beeindruckt. „Das ist eine großartige Leistung und wirklich ein tolles Projekt. Ich bin stolz auf unsere Forstmannschaft, die nicht nur Profis in der Waldwirtschaft sind, sondern auch in Naturschutz und Waldpflege“, so OB Sonder.
Auch für die Stadtwerke ist es ein Herzensprojekt: „Kohlendioxid-Speicherung und Klimaschutz auch auf lokaler Ebene sind uns sehr wichtig. Deshalb fördern wir das Moor-Projekt gerne“, so Günther.
Tausende Jahre alt
Die Renaturierung des Moors im Langenwald erstreckte sich über Monate. Unterstützung erhielt der Forstbetrieb vom Moor-Experten Pascal von Sengbusch. Bodenproben ergaben, dass das Langenwald-Moor Jahrtausende alt ist. Auch im Mittelalter drohte es zwischenzeitlich auszutrocknen. Außerdem hatte es im Lauf der Zeit mindestens einen massiven Flächenbrand im Wald gegeben. Im vorigen Jahrhundert wurde es von Menschenhand weitgehend trockengelegt.
Alles Notwendige noch da
Laut Sengbusch ist aber praktisch alles noch da, was notwendig ist, um das Moor zu retten: Wasser aus stetig sprudelnden Quellen und oberflächennahen Gesteinsschichten im Waldboden, eine rund vier Meter starke Torfschicht und die speziellen Moosarten, die erforderlich sind, um neuen Torf zu bilden. Etwa ein Hektar groß ist die Fläche.
Forstmitarbeiter lichteten den Wald aus, um ein optimales Verhältnis von Licht und Schatten zu schaffen. Die Azubis trieben zehn Spundwände aus Douglasienholz etwa 1,60 Meter tief in den Boden, um die Entwässerungskanäle zu schließen. Die Barrieren wurden mit 15 Kubikmetern Sägemehl abgedichtet, mit Jutenetzen gesichert und mit Moos abgedeckt. Der Erfolg zeigt sich bereits. Der Wasserspiegel im Moor steigt wieder. Im letzten Schritt sollen noch einmal Jungbäume entfernt werden, Fichten und Tannen.
Materialtransport mit dem Quad
Gefragt war vor allem Handarbeit, auch beim Auslichten und Ziehen der Gräben für die Sperrwände. „Das Gebiet ist so nass und dicht bewachsen, da konnten wir nicht einfach mit schwerem Gerät oder einem Kettenbagger rein“, so Forst-Azubi Tim Franz. Sengbusch stellte sein Quad mit Anhänger für den Materialtransport zur Verfügung.
„Ein großes Lob für unsere Azubis“, so Björn Waidelich, Bereichsleiter Stadtwald. „Die Handarbeit hat sich gelohnt. Es ist praktisch nicht zu sehen, dass wir hier gearbeitet haben.“ Er ist zuversichtlich, dass das noch übrig gebliebene Moor gerettet ist und sich im Idealfall wieder ausdehnt. Im Torf ist viel Kohlenstoff gebunden, heißt es abschließend.