Bad Dürrheim stellt die Straßenlaternen auf zeitgemäße LED-Technik um. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein im Fahrplan der Stadtverwaltung zur Klimaneutralität.
Abends, wenn in den Straßen in Bad Dürrheim langsam die Lichter angehen, fällt machem vielleicht etwas Besonderes auf: Die Straßen wirken klarer ausgeleuchtet und das Licht gleichmäßiger.
Grund dafür ist die schrittweise Umstellung der städtischen Straßenbeleuchtung auf zeitgemäße LED-Technik, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Die Firma TS Beleuchtungstechnik GmbH tauschte kürzlich bei rund 500 so genannten Pilz-Leuchten in der Kernstadt und allen Stadtteilen die bisherigen Leuchtenköpfe gegen neue, deutlich energieeffizientere Modelle aus.
Künftig sind 863 der 2167 städtischen Leuchten mit LED-Technik ausgestattet. Das entspricht einem Anteil von rund 39 Prozent der gesamten Straßenbeleuchtung.
Das Projekt ist ein wichtiger Baustein im Fahrplan der Stadtverwaltung zur Klimaneutralität. Ziel ist es, bis spätestens Ende 2030 sämtliche Straßenleuchten in städtischer Verantwortung auf LED-Technologie umzustellen. Dadurch soll der Energieverbrauch gegenüber dem Basisjahr 2019, in dem die Straßenbeleuchtung noch 448 869 Kilowattstunden benötigte, um mindestens 60 Prozent gesenkt werden.
Erhebliches Einsparpotenzial
Zur Einordnung: Im Jahr 2019 verursachte die Straßenbeleuchtung rund 215 Tonnen Treibhausgas-Emissionen. Das entspricht 18 Prozent der Emissionen im Bereich Gebäude und Infrastruktur sowie rund neun Prozent der Gesamtemissionen der Stadtverwaltung. Auch wenn die Straßenbeleuchtung damit nur einen Teilbereich ausmacht, bietet sie ein erhebliches Einsparpotenzial, sowohl beim CO₂-Ausstoß als auch bei den laufenden Kosten.
„Die Umstellung auf LED-Straßenbeleuchtung ist aktiver Klimaschutz und solide Haushaltspolitik zugleich. Weniger Energieverbrauch, geringere Kosten – gut für die Umwelt und gut für unsere Stadtkasse“, erklärt Bürgermeister Jonathan Berggötz. Die Vorteile der neuen LED-Technik zeigen sich gleich in mehrfacher Hinsicht. Durch den deutlich geringeren Stromverbrauch werden die Betriebskosten spürbar reduziert. Gleichzeitig sinkt der Wartungsaufwand, da LED-Leuchten eine wesentlich längere Lebensdauer haben als herkömmliche Leuchtmittel. Darüber hinaus verbessert sich die Ausleuchtungsqualität, was zu mehr Sicherheit im Straßenraum beiträgt.
Nachdem alle Straßenleuchten auf LED-Technik umgerüstet sind, ist ergänzend eine dreistufige Nachtabsenkung vorgesehen, bei der die Beleuchtungsstärke in verkehrsarmen Zeiten automatisch reduziert wird. Auf diese Weise sind zusätzliche Energieeinsparungen von bis zu 70 Prozent möglich.
Umfassendes Konzept
Grundlage der Umrüstung ist ein umfassendes Beleuchtungskonzept, das im vergangenen Jahr im Gemeinderat vorgestellt und beschlossen wurde. Erarbeitet wurde es gemeinsam mit den Stadtwerken Villingen-Schwenningen.
Die Investitionskosten dieses ersten Bauabschnittes belaufen sich auf rund 304 000 Euro. Die jetzigen Arbeiten werden über Bundesmittel aus dem Klima- und Transformationsfonds gefördert, vorgesehen sind Zuschüsse von bis zu 168 000 Euro.
Weitere Umrüstungen in den kommenden Jahren
Der ursprünglich für Oktober geplante Baustart hatte sich verzögert, da die Produktion der Austauschleuchten länger dauerte und die Winterpause die Arbeiten zusätzlich verschob. Weitere Umrüstungen, unter anderem der sogenannten Weissenberger-Leuchten, sollen in den kommenden Jahren folgen.