In Sachen Mobilität will der Landkreis den ÖPNV bedarfsgerecht weiterentwickeln. (Archivfoto) Foto: Rath

Der Landkreis Freudenstadt hat ein integriertes Klimaschutzkonzept beschlossen. Bisherige Anstrengungen reichen nicht aus, um bis 2024 treibhausgasneutral zu werden.

Dass Klimaschutz auch in Zeiten klammer Kassen einen entsprechenden Stellenwert haben sollte, hat der Kreistag des Landkreises Freudenstadt mit dem Beschluss des integrierten Klimaschutzkonzepts des Landkreises am 13. Oktober gezeigt. Damit sei der Weg frei für die weitere Um- und Fortsetzung von Maßnahmen im Rahmen der knappen finanziellen Möglichkeiten, so das Landratsamt in einer Mitteilung.

 

„Denn als Landkreis tragen wir Verantwortung, aktiv zum Schutz unseres Klimas beizutragen, die regionale Wertschöpfung zu stärken und so die Lebensqualität auch für kommende Generationen zu sichern“, so Landrat Andreas Junt im Vorwort des Konzepts.

Das integrierte Klimaschutzkonzept zeigt konkrete Strategien auf, wie der Landkreis seine Treibhausgasemissionen nachhaltig senken und bis spätestens 2040 treibhausgasneutral werden kann. Wesentliche Bestandteile des Konzepts sind eine Energie- und Treibhausgasbilanz für den Landkreis mit Referenzjahr 2022, das Aufzeigen von Minderungspotenzialen und Szenarien bis 2040 sowie ein Maßnahmenkatalog mit priorisierten Projekten.

Mit bisherigen Aktivitäten werden Klimaziele verfehlt

Bei der öffentlichen Vorstellung des aktuellen Stands des Konzepts in Freudenstadt hob Klimaschutzmanagerin Christine Lucha unter anderem hervor, dass es zur Erreichung der Ziele verstärkter Anstrengungen bedürfe. Bei einer Fortführung der bisherigen Aktivitäten (Referenzszenario) sei mit einer deutlichen Verfehlung der Klimaschutzziele zu rechnen, sagte sie.

So würde die Treibhausgas-Einsparung im Jahr 2040 lediglich 60 Prozent betragen anstatt der eigentlich für die Zielerreichung mindestens notwendigen 80 Prozent. Der Endenergieverbrauch läge im Jahr 2040 mit 2300 Gigawattstunden (GWh) rund 330 GWh über den notwendigen Einsparungen von 29 Prozent (gegenüber dem Referenzjahr 2022).

Verkehr, Industrie und Gewerbe sowie die privaten Haushalte seien dabei die Schlüsselbereiche, in denen die größten Einsparwirkungen erzielt werden könnten.

Beratungsangebot soll weiterentwickelt werden

Als prioritäre Maßnahmen hat sich der Landkreis daher unter anderem vorgenommen, das Beratungsangebot für private Haushalte und Unternehmen im Landkreis mit Fokus auf Erhalt und energetische Sanierung des Gebäudebestands, Reduzierung des Energieverbrauchs und Umstellung der Energieversorgung zu stärken und weiterzuentwickeln.

Des Weiteren sollen im Mobilitätsbereich sowohl der ÖPNV bedarfsgerecht weiterentwickelt als auch der Radverkehr gestärkt werden. Außerdem soll unter gezielter Nutzung der Synergieeffekte der bestehenden landkreisübergreifenden Kooperationen im Nordschwarzwald und unter Einbeziehung lokaler Netzbetreiber, Unternehmen und des neu konzipierten Multiplikatoren-Netzwerks der Ausbau der erneuerbaren Energien gewinnbringend für die Region beschleunigt werden.

Interessierte können sich beteiligen

Das Netzwerk soll als Nachfolgeformat des Nachhaltigkeitsbeirats die Aufmerksamkeit für nachhaltige Entwicklung stärken, Beteiligungsmöglichkeiten schaffen und Projekte voranbringen. Wer dabei mitarbeiten will, kann sich an Christine Lucha wenden (E-Mail lucha@kreis-fds.de, Telefon 07441/920 17 46).

Das integrierte Klimaschutzkonzept ist unter www.kreis-fds.de/unser-kreis/nachhaltigkeit-und-klima/klimaschutz-u-energieeffizienz veröffentlicht.