Strom aus der Sonnenenergie – wie hier über das Solarfeld an den Spitalhöfen bei Pfaffenweiler – sorgt für einen geringeren CO2. Foto: Eich

Die CO2-Bilanz von Villingen-Schwenningen sieht besser aus als vielfach gedacht. Tobias Bacher und Rolf Haller von der Energieagentur Schwarzwald-Baar-Heuberg präsentierten die Bilanz am Mittwoch im Gemeinderat.

Villingen-Schwenningen - Die gute Nachricht: die CO2-Emissionen in Villingen-Schwenningen sinken offenbar messbar.

 

Liege der CO-Ausstoß im Landesdurchschnitt bei 7,86 Tonnen CO2-Äquivalente je Einwohner (CO2e/EW), rangiert VS mit 6,93 (CO2e/EW) unter dem Landesschnitt. Den dicksten Brocken an Treibhausemissionen unter den insgesamt 610 129 Tonnen CO2-Äquivalenten verursachen mit 179 293 Tonnen CO2-Äquivalenten die privaten Haushalte, es folgen Gewerbe, Handel und Dienstleiter mit 153 339 Tonnen CO2-Äquivalenten, das verarbeitende Gewerbe und die Industrie mit 119 718 Tonnen CO2-Äquivalenten, vor den Kommunalen Liegenschaften mit 7688 Tonnen CO2-Äquivalenten und Verkehr 150 091 Tonnen CO2-Äquivalenten.

Da ist noch viel Potenzial

Ein paar Tipps, wie VS noch besser werden kann, gaben Bacher und Haller in ihrer Erhebung auch: "Den größten Handlungsbedarf, um die Treibhausgasemissionen in der Stadt Villingen-Schwenningen zu minimieren, bietet der Sektor der privaten Haushalte", sind sie sich einig. Die Wärmeabdeckung mit Heizöl sollte hier ebenso wie beim Gewerbe auf eine Heizungsart umgestellt werden, die weniger CO2 emittiert – Umweltwärme, Solarthermie und, wo nachhaltig vertretbar, auch Biomasse seien hier geeignet.

Das gut ausgebaute Fernwärmenetz könnte ausgebaut werden und bei den Betreibern der Biogasanlagen möge man nachhaken, um bislang verpuffende Abwärme besser zu nutzen, "auch wenn sich dies räumlich nicht ohne weiteres umsetzen lässt". Eine weitere Maßnahme sei die energetische Sanierung der privaten und den wirtschaftlich genutzten Gebäude.

Kein Ruhekissen

"Wir haben einen Sack voll Aufgaben bekommen durch diese CO2-Bilanz", erkannte Ulrike Salat (Grüne), die mit deutlichem Missfallen feststellte, dass die Stadt hinsichtlich der erneuerbaren Energien schlechter dastehe als der Landesschnitt. Klaus Martin (CDU) las aus dem Bericht heraus, dass das Oberzentrum "noch rechtzeitig" das "Klimathema" intensiviert habe – und angesichts solch katastrophaler Ereignisse wie des Ukraine-Krieges werde künftig wohl "auch der Naturschutz" das eine oder andere Windrad nicht mehr verhindern können – "schade", so Martin, dass es dafür so eines Ereignisses wie in der Ukraine bedürfe. Die angeregte Diskussion der Stadträte während der Sitzung zeigte eines ganz deutlich: Sie sehen es genau so wie der SPD-Sprecher Edgar Schurr: Die für VS unterm Strich positive Bilanz soll kein "Ruhekissen" sein, sondern Ansporn, noch besser zu werden.