Beim Ausbau von Fotovoltaik kommt das Land inzwischen gut voran. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Beim Reizthema Solar kommt das Land bei den eigenen Gebäuden voran. Das eigentliche Problem liegt allerdings woanders.

Es ist ein sichtbarer Zacken nach unten im Balkendiagramm, auch wenn sich dort seit 2016 eher eine Seitwärtsbewegung abzeichnet. 2023 ist es dem Land gelungen, den CO₂-Ausstoß der landeseigenen Gebäude um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 217 500 Tonnen zu verringern. Die Gebäude sind der Schlüssel auf dem Weg zur klimaneutralen Landesverwaltung, die sich Grün-Schwarz bis 2030 vorgenommen hat. Denn auf die rund 8000 landeseigenen Gebäude gehen 80 Prozent der CO₂-Emissionen zurück, welche von der Verwaltung selbst verursacht werden.

 

Auch deshalb sorgte es immer wieder für Spott und Häme, dass der Solarausbau auf den landeseigenen Dächern lange nicht voranging. Ein Grund, so betonte ein Sprecher des zuständigen Finanzministeriums gebetsmühlenartig, liegt darin, dass viele landeseigene Gebäude unter Denkmalschutz stehen. Deshalb lautet der Plan eingeschränkt, alle „geeigneten“ landeseignen Dachflächen sollen bis 2030 mit Fotovoltaik ausgestattet werden. Das entspricht einer Fläche von rund 600 000 Quadratmetern. Das Zwischenziel von 250 000 Quadratmetern bis 2026 scheint nun in greifbarer Nähe. Denn geschafft sind inzwischen rund 210 000 Quadratmeter, das entspricht in diesem Jahr einem Plus von 42 500 Quadratmetern. Das sei ein großer Schritt, aber es müsse auch so weitergehen, betonte der Sprecher des Finanzministeriums.

Eine noch größere Herausforderung dürfte, wie auch im sonstigen Immobilienbestand, die Wärmewende werden. Nur etwas mehr als zehn Prozent der Wärme in landeseigenen Gebäuden stammt bisher aus erneuerbaren Energien. Die meisten der landeseigenen Heizwerke nutzen Erdgas als Brennstoff.

Und die Umstellung steht noch ganz am Anfang. Das Land finanziert Machbarkeitsstudien für Verwaltung und Universitäten. An der Universität Konstanz ist man mit der Planung inzwischen besonders weit. Dort läuft die Planung zur Nutzung von Großwärmepumpen mit Bodenseewasser als Wärmequelle. Für insgesamt zehn solcher Projekte zur Umstellung auf klimafreundliche Wärmeversorgung stellt Baden-Württemberg im aktuellen Doppelhaushalt 117 Millionen Euro bereit.

Für Investitionen in die Wärmeversorgung kommen noch einmal 105 Millionen Euro hinzu. Darüber hinaus sind 253 Millionen Euro für energetische Sanierung geplant. Davon verspricht sich das Land eine CO₂-Reduktion von insgesamt 26 500 Tonnen.

Land hat zwei Fachfirmen beauftragt

Um weitere Energiesparpotenziale zu heben, hat das Land in diesem Jahr zwei Fachfirmen beauftragt. Das Vertragsvolumen liegt bei 18 Millionen Euro – damit sollen 3500 Tonnen CO₂ reduziert werden. In dem Verfahren, in dem es um sogenannte Energiespar-Contracting-Lose geht, untersuchen die Firmen zunächst das Einsparpotenzial und realisieren diese Maßnahmen. Diese werden dann durch die eingesparten Kosten refinanziert.

Am Ende, auch das räumte das Finanzministerium längst ein, wird die Landesverwaltung wohl auf einem Sockel sitzen bleiben, für den CO₂ kompensiert werden muss. Wie groß der sein wird, steht allerdings noch in den Sternen.