Mitglieder des Klimabündnis Freudenstadt beim Vernetzungstreffen mit dem Klimaschutzmanager der Stadt sowie Mitarbeitern der Stadtwerke und interessierten Bürgern im Familienzentrum in Freudenstadt Foto: Thommy Trautmann

Welche Maßnahmen ergreift die Stadt, um klimaneutral zu werden? Darum ging es bei einem Treffen des Klimabündnisses.

Klimaschutz hat eine sehr gewichtige Rolle in der Politik eingenommen, dass heutzutage selbst der Denkmalschutz zurückstecken muss.“ Das, so Daniel Henslein, Klimaschutzmanager der Stadt Freudenstadt, sei der aktuelle Stand bei Genehmigungen von Klimaschutzprojekten.

 

Er sowie Harald Rothfuß und Ruben Frey von den Stadtwerken Freudenstadt (SWF) sprachen vor dem Klimabündnis Freudenstadt über den Stand des Klimaschutzkonzepts, die Wärmeplanung und die digitale Energieinfrastruktur.

Laut Fenslein seien das Klimaschutzkonzept und das Klimawandelanpassungsgesetz derzeit in Bearbeitung, schreibt das Klimabündnis in einer Pressemitteilung. Verschiedene Maßnahmen seien in der Umsetzung, wird Fenslein zitiert: So etwa Photovoltaik-Anlagen (PV) auf kommunalen Gebäuden wie dem Kindergarten in Frutenhof. Von acht Maßnahmenpaketen der Wärmeplanung seien zwei bereits abgeschlossen.

Erneuerbare Energien spielen immer wichtigere Rolle

Zur regionalen Energieinfrastruktur und zum intelligenten Lastmanagement werden Frey und Rothfuß zitiert. Da Gas und Öl wegbrechen und Biogas nur begrenzt zur Verfügung stehen würde, werde die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien vor Ort eine wichtigere Rolle einnehmen. Die Energieversorgung müsse grundlegend neu gedacht werden, um den wachsenden Strombedarf für Wärmepumpen und die E-Mobilität zu decken.

Stromeinspeisung, -verteilung und – verbrauch steuerbar zu machen, gehöre zu den dringendsten Aufgaben der SWF, um als regionaler Versorger, Netzbetreiber und Ansprechpartner ein stabiles und verlässliches Netz zu gewährleisten, heißt es in der Mitteilung weiter.

Bereits jetzt gebe es das Angebot eines dynamischen Stromtarifs, bei dem der Stromverbrauch exakt nach den viertelstündlichen Börsenpreisen abgerechnet wird.

Fokus liegt auf Neubaugebieten

Zur möglichen Erweiterung des Nahwärmenetzes hätten Frey und Rothfuß betont, sich vor allem auf die gewachsene Infrastruktur in der Nordstadt zu konzentrieren. In Neubaugebieten der Stadt werde die Wärmeversorgung über eine gemeinsame Heizzentrale kritisch gesehen, da die optimale Isolierung der neuen Häuser für den Einsatz von Wärmepumpen spreche.

Im Bereich der E-Mobilität werde mit der Betreibergesellschaft „Regioladenplus“ die Ladeinfrastruktur in der Kernstadt und den Teilorten sowie im gesamten Netzgebiet der SWF weiter ausgebaut. Ein Sprecher des Klimabündnis habe im Anschluss an die Beiträge auf die bundesweite Aktion von Klima- und Umweltgruppen, dem „Tag des offenen Heizungskellers“ im November, hingewiesen. Ziel sei es, die Wärmewende sichtbar zu machen.

Besucher könnten sich dann – wie im letzten Jahr – in der Nachbarschaft informieren, Praxisbeispiele anschauen und aus erster Hand erfahren, wie der Umstieg auf klimafreundliches Heizen sinnvoll und wirtschaftlich im Altbau umgesetzt werden kann.

Ideen zur Radmobilität und Stadtbegrünung

Es bleibe eine große gemeinsame Aufgabe, die Klimaschutzziele zu erreichen, wird der Sprecher in der Mitteilung weiter zitiert. Ein große Hilfe sei dabei der Klimabeirat, der vom Gemeinderat einstimmig eingesetzt wurde. Dieser könne bei der Umsetzung vieler Ziele helfen.

In drei Gruppen hätten die Teilnehmer des Vernetzungstreffens schließlich weitere Ideen für Aktionen zu den Themen „Entsiegelung und Stadtgrün“ (in Zusammenarbeit mit dem NABU), „Mobilität und Radwegenetz“ sowie zum „Tag des offenen Heizungskellers“ erarbeitet.