Am Landratsamt in Balingen können E-Autos geladen werden – auch die Verwaltung ist bestrebt, ihren Fuhrpark klimafreundlich auszustatten. Foto: Marschal

Trotz erster Fortschritte bei Wärme, Biomasse und Photovoltaik zeigt die Klimabilanz des Zollernalbkreises, wie herausfordernd der Weg zur klimaneutralen Verwaltung bis 2040 bleibt.

Vor einem Jahr hat der Zollernalbkreis sein Konzept „Klimaneutrale Verwaltung 2040“ verabschiedet. Ziel ist es, bis zum Jahr 2040 eine nettotreibhausgasneutrale Kommunalverwaltung zu erreichen.

 

In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt- und Technik des Kreistags hat Hartwig Alber, seit 2021 Klimaschutzmanager des Landkreises, eine erste Bilanz gezogen. Im vergangenen Jahr hat die Verwaltung insgesamt 10 641 Megawatt Strom verbraucht. Einen Großteil des Verbrauchs – 79 Prozent – gehen auf dei Gebäude zurück, die restlichen 21 Prozent fallen in die Kategorie Mobilität.

Der größte Teil des Fuhrparks wird mit fossilen Kraftstoffen betankt, E-Fuels machen einen geringen Anteil aus. Auch bei den Gebäuden wird der Mammutanteil noch mit Erdgas beheizt, ein geringerer Anteil mit Holz und Biomasse sowie Fernwärme.

Gesamtverbrauch gestiegen

Während der Gesamtverbrauch im Bilanzjahr 2023 gegenüber dem Startjahr 2022 um rund 2,7 Prozent rückläufig war, ist dieser im Bilanzjahr 2024 im Vergleich zum Startjahr 2022 um rund 4,2 Prozent gestiegen, wobei allerdings der Anteil von Erdgas am Gesamtverbrauch um rund 13 Prozent gesunken ist zugunsten von Nah- und Fernwärme sowie Biomasse.

Der gestiegene Verbrauch lässt sich laut Alber größtenteils auf den Flächenzuwachs und die Inbetriebnahme der Schulneubauten an den Berufsschulstandorten in Albstadt und Hechingen sowie auf den Flächenausbau für den Allgemeinen Sozialen Dienst in Albstadt im Verwaltungsgebäude in Meßstetten zurückführen.

Weniger Emissionen

Bei der Mobilität ist der erhöhte Verbrauch fast ausschließlich auf den Auto-Fuhrpark und die Transporter zurückzuführen, während alle anderen Bereiche im Wesentlichen unverändert blieben.

Bei den Emissionen hingegen konnte im Vergleich zum Startjahr 2022 ein geringfügiger Rückgang um zwei Prozent auf 3002 Tonnen verzeichnet werden. Begünstigend wirkten hierbei vor allem der Ausbau von Nahwärme und Biomasse.

Durch den Ausbau der Photovoltaik-Erzeugung konnte zudem der Anteil des selbst erzeugten und selbst verbrauchten Stroms weiter gesteigert werden.

„Wir treiben seitwärts“

Alber zeigte auch Maßnahmen auf, die in diesem Jahr ergriffen wurden und künftig auf das Klimakonto des Landkreises einzahlen: Die Weiherschule und die Straßenmeisterei wurden mit Wärmepumpen ausgestattet, E-Scooter ergänzen den Fuhrpark der Verwaltung für kurze Wege, die Ladeinfrastruktur wurde ausgebaut und eine Dienstreise-Software eingeführt.

Kreistagsmitglied Erwin Feucht (Grüne) konnte der Bilanz nicht viel Gutes abgewinnen: „Wir treiben seitwärts“, stellte er fest. „Wenn wir so weitermachen ist das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 kaum machbar.“ Landrat Günther-Martin Pauli sieht das anders, zumal er sich durch die Zentralisierungsstrategie des Landkreises eine weitere Verbesserung der Klimabilanz erhofft.