Mehr Grün, Bänke, Insektenhotels: Mit einem „Pocket-Park“ will die Stadt Weil am Rhein in einem dicht bebauten Gebiet ein besseres Mikroklima schaffen.
Ein innerstädtisches Neubaugebiet ein bisschen wohnlicher machen und gleichzeitig den Anteil grüner Flächen zwischen dem Asphalt erhöhen, das will die Stadt Weil am Rhein auf einem kleinen Grundstück an der Ecke Bognor-Regis-/Breslauer Straße.
Eine rund 325 Quadratmeter umfassende Fläche soll dort zu einem „Pocket-Park“ umgestaltet werden.
Ein „Pocket-Park“, zu deutsch „Hosentaschen-Park“, ist ein kleiner Grünraum zwischen dicht bebauten Häusern auf bislang ungenutzten Restflächen, erklärte die Leiterin des Amts für Städtebau und Grünplanung, Astrid Loquai, im Bauausschuss.
Eine solche Grünfläche könne eine kompakte, flexible Nutzung mit Sitzgelegenheiten, Begrünung, Spielflächen oder künstlichen Elementen bilden, hieß es.
Gleichzeitig handele es sich um eine dringend gebotene Klimaanpassungsmaßnahme in einem dicht besiedelten Wohngebiet, wie im Rahmenplan Klimaanpassung Weil am Rhein nachzulesen ist.
Kosten größtenteils durch Fördermittel gedeckt
Die Gesamtkosten für den „Pocket-Park“ belaufen sich auf rund 60 000 Euro. 48 000 Euro davon werden durch Fördermittel aus dem Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgedeckt, hieß es.
In einer Skizze, die Loredana Dumitrescu vom Stadt- und Grünplanungsamt angefertigt hat und die im Bauausschuss gezeigt wurde, ist zu sehen, wie der „Pocket-Park“ einst aussehen könnte.
Pflanzinseln verschiedenen Formats, und mit einer abgerundeten, „organischen“ Formensprache, sind zwischen Wegen angeordnet, zu den bereits bestehenden drei Bäumen auf dem Grundstück kommen drei weitere hinzu.
Kreisförmige Sitzbank lädt zum Verweilen ein
Einer der Bäume ist von einer kreisförmigen Sitzbank umgeben. Stauden und Gräser werden auf den teils hügeligen Pflanzinseln angepflanzt.
Im Sinne einer stimmigen Gestaltung wurde dem Konzept auch eine Farbpalette beigelegt. Geplant sind vor allem Grün- und Rosa-Töne. Weitere Elemente, wie etwa ein Insektenhotel, könnten dazukommen.
Von der Begrünung der bisher durchgehend gepflasterten Fläche verspricht sich die Stadtverwaltung viel: eine Verbesserung des Mikroklimas durch Schatten, Kühlung sowie bessere Luftqualität, war zu erfahren.
Laut Stadtklimaanalyse sei dies in diesem Gebiet besonders nötig, da es besonders stark von der Bildung urbaner Wärmeinseln betroffen ist.
Baubeginn soll Ende dieses Jahres sein
Bürgermeister Lorenz Wehrle unterstrich, wie reizvoll es sei, an dieser Stelle etwas auf die Beine zu stellen. Die Pflastersteine, die herausgerissen werden, um Platz für die Grüninseln zu schaffen, würden aufbewahrt und wieder verwendet, versprach er.
Der Baubeginn ist für Ende dieses Jahres vorgesehen.
Stadtrat Axel Schiffmann (UFW) pochte auf eine stabile, „vandalensichere“ Ausführung der Grünanlage. Sein Ratskollege Peter Reinacher (CDU) lobte das Vorhaben. „Der Platz war nicht schön“, merkte er an. „Bitte mehr davon“, forderte zu guter Letzt Bernhard Scharf von den Grünen, für die das Thema Klimaanpassung eine besondere Wichtigkeit hat.
Wie Oberbürgermeisterin Diana Stöcker bei der Präsentation der Eckdaten zum Haushaltsplan 2026 mitteilte, ist in Alt-Weil im Bereich der „Kronen“-Kurve die Einrichtung eines weiteren solchen „Pocket-Parks“ angedacht.