32 Kinder meldeten sich zum Klepperle-Wettbewerb im Haslacher Zunfthaus an und zeigten ihre Fähigkeiten vor vollem Haus. Am Ende war die Überraschung besonders bei der Königin groß.
„Hoorig, hoorig, hoorig isch die Katz´“, rief Klepperlemeisterin und Moderatorin Ute Reininger den Narren im Zunfthaus zu. Der Saal platzte aus allen Nähten, Alt und Jung hatten sich zum alljährlichen Klepperle-Wettbewerb am Schmutzigen Donnerstag versammelt. Auch der SWR war vor Ort und drehte für einen TV-Beitrag.
Der Wettbewerb ist eine alte Haslacher Tradition. Die Teilnehmer werden in Altersklassen eingeteilt und tragen der Jury ihr „Klepperle-Können“ vor. Klepperle bestehen aus zwei Holzstücken, die man zwischen die Finger klemmt und dreht. Dadurch schlagen sie einander und es entsteht ein rhythmisches und klackerndes Geräusch. Es gilt, Haslacher Fasentslieder vorzuspielen wie „De Frösch“ oder „Hans im Schnokeloch“, die die Kinder selbst auswählen. Ob die Stücke ein- oder beidhändig oder mit Gesang untermalt vorgetragen werden, bleibt jedem Teilnehmer selbst überlassen. Kinder allen Alters dürfen sich dazu anmelden, im Schnitt sind die Mädchen und Jungen zwischen fünf und acht Jahre alt.
Den Anfang machte der kleine Nils Roser. Mutig stellte sich der mit Abstand jüngste aller Teilnehmer auf die Bühne und zeigte, was er gelernt hat. Ein Kind nach dem anderen präsentierte sein Musikstück vor dem Publikum und klepperte mit seinen Buchenhölzern. Manche waren forsch und selbstbewusst, andere brauchten Aufmunterung und unterstützende Worte. Zur Belohnung gab es für jeden ein Hefeteigweck in Klepperle-Form. Reiniger musste die Menge immer wieder ermahnen, ruhig zu sein und den Auftritten die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, da eine große Unruhe im Saal herrschte.
Auch die sechsjährige Clara und die neunjährige Anna-Lotta zeigten ihr Können. Ihr Vater Alexander Uhl ist sehr stolz auf seine Töchter, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt: „Anna-Lotta wurde bereits Königin, das kann sie somit nicht mehr werden. Aber sie macht trotzdem noch gerne mit. Es ist eine alte Tradition, die für uns an Fasnacht einfach dazugehört. “
Nachdem die Auftritte aller 32 angemeldeten Kinder absolviert waren, holte die Narrenmusikgruppe „Gassenfezzer“ die Teilnehmer und das Publikum zu einem zwanzigminütigen Umzug ab. In dieser Zeit beriet sich die Jury. Als der Pulk wieder zurück war und der Saal sich komplett füllte, war den Kindern die Aufregung und Nervosität in ihren Gesichtern anzusehen.
Die Jury vergab zehn Titel an die Jungen und Mädchen
Moderatorin Ute Reininger gab bekannt, dass es dieses Jahr sowohl eine Königin als auch einen König gibt. Bei dieser Nachricht ging ein Raunen durch das Publikum, denn das ist nicht jedes Jahr der Fall (siehe Info). Dann fiel der Name der Königin: Jutta Jehle. Die Elfjährige konnte es kaum fassen. „Meine Freundin hat mich heute morgen überredet, beim Wettbewerb mitzumachen und mir gezeigt, wie man richtig kleppert. Ich hatte es vor ein paar Jahren als kleines Mädchen mal versucht, aber es war einfach nicht meins“, erzählte sie gegenüber unserer Redaktion.
Umso erstaunlicher ist es, dass sie besser war als ihre Mitstreiterinnen, denn das Kleppern ist nicht einfach zu lernen. Aus diesem Grund bietet die Narrenzunft spezielle Kurse an. An den vier Samstagen vor Fasnacht hatten die Kinder die Möglichkeit, die Technik des richtigen Klepperns zu erlernen. 73 Kinder unterschiedlichen Alters haben in diesem Jahr daran teilgenommen. Auch für Erwachsene werden Kurse angeboten.
Neben Jutta Jehle als Königin wurde Thore Rerat zum König gewählt. Das passiert recht selten, denn es nehmen viel weniger Jungen teil als Mädchen. Er stahlte über beide Ohren vor Glück. Das Publikum applaudierte lautstark. Prinzen wurden Hannes Vetter und Felix Geier. Theresa Becherer, Felicia Diaz Tertinegg, Ida Vetter und Lea Schmitt wurden als Prinzessinnen auserwählt. Allen Kindern stand der Stolz ins Gesicht geschrieben.
Am Ende der Veranstaltung versammelten sich die Mädchen und Jungen der Garde allesamt auf der Bühne und klepperten den Trommlermarsch. Die Krönung der Gewinner findet am heutigen Samstag auf dem närrischen Wochenmarkt statt, ihnen wird auch eine Urkunde überreicht. Königin Jutta wird an diesem Tag zwölf Jahre alt und ist seelig vor Glück. Diesen Tag wird sie wohl nie vergessen.
Regeln des Wettbewerbs
Es gibt drei Arten zu kleppern: Schlag, Zungenschlag und Wirbel. Beim Wettbewerb gibt es verschiedene Kategorien. Die siebenköpfige Jury achtet darauf, ob die Kinder alle drei Schläge beherrschen und ob sie diese richtig und beidhändig ausführen. Jedes Jurymitglied verteilt Punkte. Am Ende werden alle Punkte zusammengezählt und je nach Punktzahl eine Königin, ein König, Prinzessinnen und Prinzen gekürt. Einen König oder eine Königin gibt es jedoch nicht bei jedem Wettbewerb. Nur wenn ein Junge oder ein Mädchen herausragend gut sind, bekommen sie diesen Titel und werden automatisch Mitglied der Klepperles-Zunft.