die "Traufgängerinnen", Susanne Wahl-Eder und Mona Maria Weiblen, verzauberten mit ihren beiden Musikerin Till Eder und Bernhard Krause das Publikum des K3-Hoffests mit schwäbischem Wortwitz. Foto: Gauggel

Eigentlich war zum zehnten Geburtstag der Kleinkunstbühne K3 ein vielfältiges Kulturprogramm im Freien geplant. Doch die Unwetterwarnung für den Zollernalbkreis machte dem Hoffest einen Strich durch die Rechnung.

Winterlingen - Mit Absagen kennt sich die Kulturbranche seit der Coronapandemie aus – daher war es umso ärgerlicher, dass das Hoffest zum zehnjährigen Bestehen der Kleinkunstbühne K3 am Samstag ein vorzeitiges Ende gefunden hat. Zum Jubiläum hatte die Vorsitzende Evelin Nolle-Rieder und ihr Team ein zweitägiges Kulturprogramm auf die Beine gestellt, bei dem wohl für jeden Kulturliebhaber etwas dabei gewesen wäre: Geplant war ein Auftritt von Anne Haigis, ein Straßenmalworkshop mit Nicole Häger, Puppentheater mit Anna-Lena Kübel, Lyrikerin E­lena Seeger sowie Auftritte der Bands "4TUNE", "Rock ’n’ Roll Company" und "Cover Crash". Auch Sänger Pius Jauch hatte sein Kommen angekündigt ebenso wie Künstler Clemens Benzig.

Während am Freitagabend der Auftritt der "Traufgängerinnen" noch bei lauem Sommerwetter über die Bühne ging, musste das Samstagsprogramm unwetterbedingt ausfallen. Die Schlechtwetter-Prognose mit örtlichem Starkregen und Gewittern machte die Planung zunichte und zwang die Veranstalter zur Absage des Freiluftprogramms am Samstag.

Nolle-Rieder bedauert den Festabbruch am Samstag sehr, doch wollte man zum Schutz der Gäste, Künstler und Helfer kein Risiko eingehen. Immerhin, der Freitag blieb im Trockenen.

Die "Traufängerinnen" hatten ihr aktuelles Programm "Albrevue" 2.0 auf die große Open-Air Bühne auf dem Hof des K3 mitgebracht. Das Mutter-Tochter-Duo aus St. Johann, Susanne Wahl-Eder und Mona Maria Weiblen, haben sich in der schwäbischen Kabarettszene längst einen Namen gemacht; nicht zuletzt seit dem Gewinn des renommierten Sebastian-Blau-Preises im vergangenen Jahr.

Schwäbisch Wortwitz mit Lokalkolorit

Beginnend beim Jurameer vor vielen Millionen Jahren bis in die Gegenwart beleuchteten die beiden Frauen mit viel schwäbisch-älberischem Wortwitz, melodischem zweistimmigem Gesang, Tanz und einer perfekt aufeinander abgestimmten Performance all das, was den "Urschwaben" ausmacht. Dabei gelang es ihnen schnell mit ihren gelegentlich lyrischen Texten und Erzählliedern sowie dem Einbezug lokaler Gegebenheiten von Benzingen über das Schmeiental bis nach Ebingen das Publikum für sich zu gewinnen. Begleitet wurden die "Traufgängerinnen" von Gitarrist Till Eder und Bernhard Krause am E-Piano. Die beiden Musiker waren nicht nur instrumentale Begleiter, sondern wurden vom Mutter-Tochter-Gespann sowohl gesanglich als auch sprachlich immer wieder in die dialektreichen Szenen und witzigen Dialoge mit eingebunden.

Die Themen waren voller geistreichem Witz und Lokalkolorit: Die Damen erzählten von wilden Albgeistern im Schmeiental, die vielen unehelichen Kinder des Grafen Eberhard von Württemberg und zitierten einen aufschlussreichen Dialog mit "Tante Sofie", bei dem man auch das erfuhr, was man gar nicht wissen wollte. Und was wäre die Alb ohne die Kehrwoche und das beliebte Modeaccessoire der schwäbischen Hausfrau, der Kittelschürze? Und einfühlsam wurden sie auch noch, die "Traufgängerinnen, mit einem poetischen Song über die Schönheit der Albnatur.

Die beiden Damen jagten nicht nur dem schnellen Witz nach: Immer wieder gab es Stellen, die das Publikum zum Nachdenken anregen sollten und über die gerissene Pointe hinausgingen.

Die Gäste auf den Sitzbänken und an den Tischen hatten während des nahezu zweistündigen Programms viel zu Lachen. Auch die "Traufgängerinnen" fanden Gefallen an den Winterlinger Älblerinnen und Älblern – und so gab es natürlich noch eine Zugabe für das Publikum beim Jubiläumsfest des K3.

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