Ein Erfolgsprojekt: Das Mobilitätskonzept „Mobil im Kleinen Wiesental“ wurde im Jahr 2023 rege genutzt – und die älteren Menschen sind voll des Lobes. Zum einjährigen Bestehen hat eine kleine Feier im Tegernauer Rathaussaal stattgefunden.
Bei anstehenden Arztbesuchen, Behördengängen, Einkäufen, Fußpflege, Therapien, und Weiterem meldet man sich bei Annette Grether in der Gemeindeverwaltung – und wartet auf den Rückruf. Bald klingelt das Telefon und man erfährt, wann und von wem man abgeholt und begleitet wird – ganz egal wie lange es dauert. Das ist ein besonderer Service für ältere Personen im Kleinen Wiesental, die nicht mehr selbst fahren können oder wollen.
„Es brummt“, so die Seniorenbeauftragte Melanie Mühlhäuser, die zum einjährigen Bestehen von „Mobil im Kleinen Wiesental“ Fahrende und Mitfahrende zu einem Treffen mit Imbiss ins Rathaus eingeladen hatte. 245 Fahrten sind es bereits im laufenden Jahr, 6300 gefahrene Kilometer – innerhalb des Kleinen Wiesentals, aber auch im gesamten Landkreis. Ein kleiner Beitrag wird fällig; je nach Strecke fünf oder zehn Euro, der Rest läuft auf Spendenbasis und durch Förderungen.
Fahrt und Hilfe
21 Fahrer und Fahrerinnen stehen bereit, holen die Menschen zuhause ab, fahren sie zum gewünschten Ziel, helfen ihnen – etwa ins Wartezimmer beim Arzt – warten auf sie und fahren sie wieder zurück. „Einmalig“, so war von Mitfahrenden zu vernehmen, sei dieses Angebot im ganzen Umkreis. Dankbar seien sie, sogar begeistert. Schließlich sei es auch die soziale Komponente, die eine Rolle spielt: Man trifft andere und tauscht sich aus.
Wesentliches Anliegen
Das Projekt ist ein Herzensanliegen von Bürgermeister Gerd Schönbett. Bereits 2012 hat er eine Umfrage im Kleinen Wiesental durchgeführt. Heraus kam, dass eben genau die Mobilität im Alter ein wesentliches Anliegen der Bürger ist. So wurde bei der Stellenausschreibung für die Seniorenbeauftragte vor vier Jahren die Entwicklung des Mobilitätskonzeptes mit aufgenommen. Melanie Mühlhäuser, die für ihre vielfältigen Angebote für Senioren bekannt ist, hat auch hier ganze Arbeit geleistet.
Angebot ausbauen
Sie würde sich über weitere Fahrer freuen, die bei freier Zeiteinteilung und Mindestlohn ihr eigenes Auto fahren oder das eigens von der Gemeinde angeschaffte Elektroauto, das „Bürgermobil“, nutzen. Dann könnte man das Angebot noch weiter ausbauen und noch öfters Sonderfahrten anbieten – etwa zur Kirche, zu Konzerten oder anderen Veranstaltungen, so Mühlhäuser.
„Es isch e gueti Idee gsi vo de Gmei“, so einer der Fahrer, „als Rentner han i jetz mehr Zit un i unterhalt mi au gern.“
So haben alle etwas davon: Fahrende und Mitfahrende. Ein großer Gewinn für das weitläufige Tal - ein sowohl nützliches wie auch schönes Projekt.
Fahr-Service für Senioren
Möchten Sie gefahren werden?
Anmeldung bei Annette Grether in der Gemeindeverwaltung Kleines Wiesental, montags und freitags von 9 bis 11 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Kontakt und Infos unter Tel. 07629/91 10 13 oder per E-Mail an mobil@gdekw.de.