Badeshorts dürfen im Freibad in Weil am Rhein noch getragen werden. Doch sie dürfen nur bis zum Knie reichen und die Unterhose drunter muss weg (Symbolbild). Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/

In manchen Bädern im Kreis Lörrach müssen Jungs und Männer enge Badehosen tragen. In Weil am Rhein sind Shorts erlaubt, nur die Unterhose drunter nicht.

Der Sommer 2025 war dem Freibad in Weil am Rhein gnädig: sechs Wochen mit rundum gutem Wetter haben dem Schwimmbad am Laguna herausragende Besucherzahlen beschert. Es waren deutlich mehr Besucher dort, als noch im Vorjahr. Zudem sei die neue Badeordnung wahr- und angenommen worden, wie Geschäftsführerin Natalia Golovina gegenüber unserer Zeitung bekannt gab.

 

Während es zuvor in Weil am Rhein keine klaren Regeln für die Badebekleidung gab, jetzt gibt es sie. Und diese sollen auch für die kommende Badesaison vom 23. Mai bis 12. September gelten. Zwar könnte die neue Kleiderordnung im Vergleich zu den umliegenden Bädern als eher locker betrachtet werden, für Weil ist es aber eine Verschärfung: nun sind hochgeschlossene Badeanzüge mit langen Beinen und Ärmeln mit gegebenenfalls einer Kapuze nicht mehr erlaubt.

Die Bekleidung darf nun bis zum Knie und Ellenbogen reichen. Das ist durch Schilder am Bad-Eingang und am Becken deutlich gekennzeichnet. „Das gilt übrigens auch für den Tauchclub“, erklärt Geschäftsführer Marcel Rülke beim Pressegespräch. Auch die Taucher müssten nun Neopren-Shorties tragen.

Der Vorteil der neuen Regel mit kürzeren Ärmeln und Beinen sei, dass Verstöße schon von Weitem für Schwimmmeister oder Security erkennbar seien. Die Badebekleidung müsse zudem aus Kunstfasern hergestellt sein.

„Eindeutige und klare Regeln sollten keinen Raum für Missinterpretationen lassen“, erklärte Rülke. Eng anliegend sollte die Bekleidung durchaus sein, Männer seien in Weil am Rhein aber nicht gezwungen, enge Badehosen zu tragen. Die Shorts muss aber zwingend aus Badematerial bestehen, Unterwäsche dürfe darunter keine getragen werden.

Badeordnung vom Vorjahr gilt weiterhin

Lörrach bleibe ebenso wie Weil am Rhein bei seiner Regelung der vergangenen Saison. Im Lörracher Parkschwimmbad bedeutet dies aber, dass Badeshorts verboten sind und die männlichen Gäste enge Badehosen tragen müssen. Dadurch habe sich Rülke zufolge dort der Aufmarsch größerer männlicher Besuchergruppen aus Frankreich, oftmals mit migrantischem Hintergrund, bereits reduziert.

In Weil am Rhein müssten sich die Geschäftsführer hingegen noch mit dem Ruf beschäftigen „ein Franzosenbad“ zu sein, wie er erklärt. Und auch der ehemalige Geschäftsführer Carl-Stephan Matti hatte bereits im Jahr 2024 festgestellt, dass im Gegensatz zum Laguna der Anteil der Badegäste aus Frankreich im Freibad höher sei, als der von Besuchern aus der Schweiz und Deutschland. Und auch im Vorjahr habe Rülke einen hohen Anteil an französischen Besuchern im Schwimmbad festgestellt.

„Bei uns ist jeder willkommen und wir freuen uns über alle Gäste“, sagt der Geschäftsführer, „aber natürlich sind uns die am liebsten, die angemessene Badebekleidung tragen und sich an die Regeln halten.“

Nachdem sich Matti 2024 noch mit dem Verhalten mancher Besucher unzufrieden gezeigt hatte, erklärte Rülke beim Pressegespräch, dass sich im Vorjahr eine Entspannung ergeben habe: „Aber das haben wir der Security zu verdanken und nicht nur den neuen Tafeln, die auf die Kleiderordnung verweisen.“

Bereits vor dem Eingang weist das Laguna auf die regelkonforme Badebekleidung hin, die auch für das dazugehörige Schwimmbad gilt. Foto: Maja Tolsdorf

Dass die Badbetreiber im Landkreis Lörrach gegenseitig über den Tellerrand hinaus in Nachbarorte blicken, ist seit bestehen des Bäderverbunds Dreiländereck gang und gäbe. Dieser wurde gegründet, um einheitliche Maßnahmen gegen Gewalt und Aggression in Schwimmbädern zu ergreifen. Hauptgründe für den Zusammenschluss sind Sicherheit und Prävention: durch den Verbund sollen einheitliche Bade- und Verhaltensregeln durchgesetzt werden können.

Die teilnehmenden Bäder koordinieren ihre Maßnahmen, um ein möglichst ungetrübtes Badevergnügen für die Gäste im Landkreis zu gewährleisten. Der Fokus liegt primär auf der Verbesserung der Sicherheit und der Schaffung einer möglichst einheitlichen Hausordnung über verschiedene Bäderstandorte hinweg.

Wer Unterhose drunter trägt, wird angesprochen

Dass eine neue Badeordnung für Konflikte und Diskussionen sorgen kann, könnte teils auch der Veränderung von Gewohntem geschuldet sein. So habe es anfangs mit der neuen Regelung im vergangenen Jahr stellenweise auch Konflikte in Weil am Rhein gegeben, berichten Rülke und Golovina beim Pressegespräch über die vergangene Saison.

Stein des Anstoßes sei dabei weniger die Länge der Badehosen, als vielmehr die Tatsache, dass darunter so manches Mal Unterwäsche getragen werde. Da sei das Aufsichtspersonal schon tagtäglich gefordert gewesen, erklärte Golovina. Jede Person, bei der ein Stück Unterwäsche sichtbar unter der Badehose oder dem Badeanzug hervorblitzt, werde auch in der kommenden Saisonangesprochen. Dann heißt es, entweder zu diskutieren oder Folge zu leisten.

Viele der Gäste würden bei Ansprache aber auch direkt die Kabine aufsuchen, um sich umzuziehen. Für die kommende Saison erwarten die Geschäftsführer ebenso, dass es sich dank Security rasch einspielen und es keine allzu unangenehmen Überraschungen geben wird.