Klaus Steenken ist seit vier Jahrzehnten im Musikverein aktiv und hat diesen rund 20 Jahre lang geleitet – nun gibt er sein Amt ab.
Für den einen ist es ein Anfang, für den andren das Ende eines Kapitels: Der Ringsheimer Musikverein konnte nach langer Suche mit Johannes Friedrich einen neuen Dirigenten gewinnen. Vorsitzender Klaus Steenken gibt sein Posten dagegen ab. Seit 2008 hatte er das Amt inne und führte den Verein auch durch das 150-jährige Bestehen.
In seinem letzten Bericht freute sich Steenken über die erfolgreiche Suche nach einem neuen Dirigenten. Mit Friedrich habe sie einen kompetenten und versierten Musiker gefunden. Er dankte den Vorstandsmitgliedern für das konstruktive Miteinander im ältesten Verein des Ortes. Die Vereinsführung wolle er nun in jüngere Hände übergeben. Er dankte allen Helfern, Ausbildern, der Gemeinde und der Verwaltung für die Unterstützung.
Der gemeinsame Bericht des Schriftführers Florian Kölble und der Jugendleiterin Mira Hummel nannte viele Aktivitäten der Musikkapelle im kirchlichen Rahmen, im Vereinsleben des Ortes, beim Gassenfest und die Teilnahme an musikalischen Ereignissen und Konzerten in Nachbargemeinden. Mira Hummel, Dirigentin des Jugendorchesters, lobte die Musiker des ehemaligen Jugendorchesters – sie unterstützen nun das Gesamtorchester.
Musiker-Nachwuchs ist gut aufgestellt
Das Jugendorchester bestehe zudem nicht mehr eigenständig und kooperiere mit dem in Rust und Kappel-Grafenhausen. Die Nachwuchsarbeit sei für die Zukunft gut aufgestellt.
Die Finanzlage der Musikkapelle hat sich nach den Worten von Bettina Kissinger sowohl im ideellen wie auch wirtschaftlichen Bereich positiv entwickelt. Mehr als 4000 Euro seien als Spenden eingegangen, die Jugendausbildung, Instrumente, Noten und Reparaturen stellen die Hauptausgaben dar. Die Entlastung des Vorstands erfolgte einstimmig auf Vorschlag der Kassenprüfer.
Friedrich blickte zufrieden auf sein erstes Jahr als musikalischer Leiter zurück, ihn beeindrucke vor allem das gemeinsame Musizieren von Jung und Alt. „Ein strammes Programm“ in den kommenden Wochen, mit Jubiläumsgottesdienst und Jubiläumskonzert erfordere auch guten Probenbesuch. Bei stabil bleibenden Jahresbeiträgen beschloss die Versammlung die Anpassung der Ausbildungsbeiträge, außerdem wurden neue Regelungen beim Mitgliederwesen beschlossen.
Gemeinde hat mit der Kapelle „noch viel vor“
Bürgermeister Pascal Weber informierte über den Beitrag der Gemeinde in Höhe von 10 000 Euro – ein „Kraftakt“, wie er sagte, die Sparkassenstiftung wird sich in gleicher Höhe beteiligen. Die Gemeinde erhöht den Jugendzuschuss zudem um 25 Prozent. Er dankte auch persönlich für die musikalische Begleitung der Bürgermeisterwahl. Für das weitere Gelingen des Jubiläumsjahres hofft er auf guten Probebesuch und auf Mitarbeit zum gemeinsamen Erfolg: „Wir fordern die Musikkapelle. Wir haben noch viel vor!“
Zum Ehrenvorsitzenden wurde Steenken nach mehr als 40 Jahren Vereinstätigkeit, 30 Jahren Vorstandstätigkeit und rund 20 Jahren Tätigkeit als Vorsitzender ernannt. Laut Bürgermeister Weber geht damit eine Ära zu Ende, die von „unglaublich großem Engagement“ für die Musikkapelle geprägt sei – auch in schwierigen Zeiten: Als Jugendleiter, Beisitzer, stellvertretendem Vorsitzender und Vorsitzender, als treibende Kraft für die Partnerschaft mit Albigny, für das Gassenfest, für Musik und Kameradschaft.
„Die Musikkapelle ist ein Teil deines Lebens, deiner Frau und deiner Familie“, so Bürgermeister Weber. Johannes Hummel, Florian Kölble und Jörg Stippich werden das Amt gleichberechtigt führen, heute sei das als Einzelperson nicht mehr zu bewältigen, so Hummel.