100 000 Euro an Spenden hat Sabine Zoller (rechts) über die Jahre mit „Klassik im Kloster“ gesammelt. Einen Spendenscheck übergab sie symbolisch dem Indischen Honorarkonsul Andreas Lapp (links). Foto: Bernd Helbig

Ein musikalischer Ausflug in die Schweizer Berge: Alphorn-Virtuosin Lisa Stoll und Organistin Fabienne Romer musizierten bei „Klassik im Kloster“. Die Zuhörer waren begeistert.

Unter dem Motto „Weihnachtsklänge der Berge“ haben Alphorn-Virtuosin Lisa Stoll und Organistin Fabienne Romer ihren Konzertgästen ein exquisites und festliches Musikerlebnis beschert. „Grüetzi mitanand“, begrüßte Romer das Publikum am Sonntagabend in der voll besetzten Klosterkirche, versprach aber für den Rest der Moderation hochdeutsch zu sprechen.

 
Fabienne Romer (links im Bild) und Lisa Stoll waren die Solisten beim Konzert in der Klosterkirche Bad Herrenalb Foto: Helbig

Im Gepäck hatten die beiden volkstümliche Melodien aus der Schweiz – es gab sowohl traditionelle Stücke wie auch moderne Kompositionen.

Spritzige Arpeggios

Auftakt war das Alphornsolo „Für miin Grossvatter“ von Alex Eugster, gefolgt von „Ranz des Vaches“, einem traditionellen Hirtenlied aus dem Kanton Graubünden mit Klavier und Horn. Getragene warme Hornklänge und bewegte Läufe wurden dabei von spritzigen Arpeggios untermalt, die Romer auf dem Klavier zauberte.

Im Konzert gab es nicht den einen Höhepunkt, sondern die Solistinnen reihten Glanzstück an Glanzstück.

Markantes Motiv

Mehrere Musikstücke hatten auch Schweizer Landschaften zum Thema. So „Füürhörali“ von Toni Widmer, dessen Thema der Berg Feuerhorn ist. Es ist eine getragene Melodie mit markantem Motiv, die immer schneller wird. Das Horn fängt sozusagen Feuer und in Synkopen springt das Klavier munter mit. Mit Alphorn und Orgel folgte der flotte Ländler „Schanfigger Bauernhochzeit“. Da war gewaltig Musik drin, der Tanzrhythmus fuhr in die Beine. Motive aus der Schweizer Bergwelt beschrieb die „Suite Pastorale”, ein Orgelwerk von Carl Rütti. Von der Rigi, aus dem Muotatal und aus dem Klöntal waren die Sätze überschrieben.

Beim Ländler „Jozsef in Form“ von Gottfried Aegler zog Romer alle Register und tobte sich gewaltig an der Orgel aus, aber auch Stoll auf ihrem Alphorn hielt kräftig mit. Es war ein tolles Klangfeuerwerk.

Einige Zugaben

Die Instrumente harmonierten so perfekt, als ob das Alphorn ein Register der Walckerorgel wäre. Und mit dem „Tanz der Kühe“, genannt auch „Rösti-Polka“, ging es nochmals rhythmisch zur Sache. Zum Programmende hieß es „Sta Bain“, was auf Rätoromanisch so viel heißt wie „mach’s gut“. Auf das Stück von Rico Peterelli folgte tosender Applaus. Und die Musikerinnen bedankten sich dafür mit einigen Zugaben. Zusammen mit dem Publikum stimmten sie das Weihnachtslied „Süßer die Glocken nie klingen“ an. Und mit einem Tango, in dem auch das Motiv des Krimimaltangos anklang, unternahm das Duo noch einen Abstecher in eine Klangwelt abseits der Schweizer Berge.

Symbolischer Scheck

„Klassik im Kloster“ feiert dieses Jahr sein 20. Bestehen. Organisatorin Sabine Zoller hat dabei Spenden gesammelt, die vor allem Kindern aus Indien zugute gekommen sind.

Zum Jubiläumskonzert in der Klosterkirche überreichte sie dem indischen Honorarkonsul Andreas Lapp symbolisch einen Scheck über 100 000 Euro, die Zoller über die Jahre gesammelt hat.