Ab Bodelshausen bis hinter Tübingen verläuft die Bundesstraße überwiegend nur zweispurig. Foto: Stopper

Mehrere CDU-Politiker aus der Region wenden sich in einer gemeinsamen Stellungnahme gegen den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, der den Ausbau der B  27 im Bereich Tübingen in Frage stellt hat.

Zollernalbkreis - Wie die CDU-Bundestagsabgeordneten Annette Widmann-Mauz, Thomas Bareiß und Michael Donth (Wahlkreis Reutlingen) sowie die Landtagsabgeordneten Nicole Hoffmeister-Kraut und Manuel Hailfinger (Wahlkreis Hechingen-Münsingen) mitteilen, versuche Palmer in seinem offenen Brief, die beiden wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region, den B  27-Ausbau und die Regionalstadtbahn, miteinander zu verknüpfen und ihre Realisierung voneinander abhängig zu machen.

Die CDU-Parlamentarier aus der Region positionieren sich deutlich gegen diesen Vorstoß: "Wir stehen klar hinter dem durchgängig vierspurigen Ausbau der B 27 und der Regionalstadtbahn mit der Tübinger Innenstadtstrecke." Sie hätten beide Projekte von Anfang an unterstützt.

Ausbau ist keine "innerstädtische Angelegenheit der Stadt Tübingen"

Der verkehrspolitische Konsens existiere nicht erst seit einem Jahrzehnt: "Die Bürgerinnen und Bürger der Region Neckar-Alb und der anliegenden Kommunen warten seit mehr als 30 Jahren auf eine Entlastung durch den vierspurigen Ausbau der B  27. Sie ist eine der zentralen Nord-Süd-Verbindungen im Regierungsbezirk Tübingen. Ihr Ausbau ist deshalb keine rein innerstädtische Angelegenheit der Stadt Tübingen."

Den Ausbauplänen seien langwierige Beratungen und Prüfungen im Bund und im Land vorausgegangen, denen Beschlüsse des Tübinger Gemeinderats und der Bewohnerinnen und Bewohner der Südstadt und im Französischen Viertel gefolgt seien, die über einen umfangreichen Bürgerdialog beteiligt worden seien. "Diese unveränderten Beschlüsse sind die maßgebliche Grundlage für den durchgängig vierspurigen Ausbau der B 27", halten die CDU-Vertreter fest: "Zusammen mit den Beschlüssen in der Region zur Regionalstadtbahn tragen sie den Anliegen aller Beteiligten in der Region Rechnung."

Für sie ist klar: "Wir brauchen beide Projekte." Am erhöhten Verkehrsaufkommen auf der B 27 habe auch die Einwohnerentwicklung in Tübingen einen großen Anteil. Eine nachhaltige, verlässliche und solidarische Infrastrukturpolitik für die Region müsse auch die Belange des Ländlichen Raums angemessen berücksichtigen.

"Nachhaltige und klimafreundliche Infrastrukturpolitik"

Bei der Regionalstadtbahn habe die Region bereits große Solidarität gezeigt und sich nicht gescheut, bis zur Übernahme der Finanzierung durch Bund und Land etwa bei Planungskosten in Vorleistung zu gehen: "Entsprechende Solidarität erwarten wir und die Region nun auch in Bezug auf die weitere Unterstützung beim Ausbau der B  27."

Dabei verfolgten die Unionspolitiker neben dem Ausgleich zwischen Stadt und Land stets "eine nachhaltige und klimafreundliche Infrastrukturpolitik". So habe man im Bund sukzessive die Ausgaben für Schiene und Straße aneinander angeglichen.

Hinzu kämen massive Aufwüchse beim Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und den Regionalisierungsmitteln. Davon profitiere insbesondere die Regionalstadtbahn. Die Städte, Gemeinden und Kreise würden entlastet. Außerdem werde mit Förderprogrammen in klimafreundliche Mobilitätsformen wie die Elektromobilität und den Wasserstoffantrieb sowie in Radschnellwege investiert.

"Doch auch die Elektromobilität ist auf ein leistungsfähiges Straßennetz angewiesen: E-Autos, Busse und Lastkraftwagen mit Wasserstoffantrieb können nicht auf Schienen fahren", betonen die CDU-Politiker. Um der erneuerbaren Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen, brauche es die nötige Straßeninfrastruktur. Dazu zählten der durchgängig vierspurige Ausbau der B  27, der mit der Erteilung des Gesehenvermerks für den Abschnitt Schindhaubasistunnel in dieser Woche eine weitere wichtige Hürde zur Realisierung genommen habe, und die Regionalstadtbahn.

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