Die Installation auf der Kreisverkehrsinsel beim Schafstall erinnert an die umgefallene Fassade aus römischer Zeit, die in unmittelbarer Nähe noch im Verbund ausgegraben wurde. Foto: Holzer-Rohrer

In der Ortschaftsratssitzung im Oberndorfer Höhenstadtteil Bochingen machen die Bürger zu einigen Themen ihrem Ärger Luft.

Einiges treibt die Bochinger um, und so wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung entsprechend nachgefragt. So wurde erneut eine einfache Bepflanzung der Kreisverkehrsinsel beim neuen Wohngebiet in Form einer bunten Blumenwiese angeregt.

 

Die Bürgerin meinte, so den positiven Effekt einer Insektenweide mit ganz wenig Arbeitsaufwand zu kombinieren. Prompt kam die Reaktion einer weiteren Bürgerin, die am Beispiel der Kreisverkehrsinsel beim Schafstall konterte: „Lieber gar keine Anpflanzung als ein so ungepflegtes, von Gras und Unkraut überwuchertes Bild, das die ‚fallende römische Mauer‘ abgibt.“

Übrigens: Diese installative Arbeit von Johannes Pfeiffer erinnert an die Entdeckung einer römischen Villa rustica bei den Ausgrabungen in unmittelbarer Nachbarschaft im Gewerbegebiet Vogelloch. Sie wird als Besonderheit am Kunstweg oberer Neckar eingestuft und weist auf die geschichtsträchtige Vergangenheit Bochingens hin.

Verkehrssicherheit in Frage gestellt

Ein Bürger sprach die Werbeplakate entlang der Balinger Straße an, die an der Einmündung der Seitenstraßen zu Unübersichtlichkeit führen und so eine Gefahrensituation darstellen. Extrem abgesunkene Schachtdeckel bereiten ebenfalls Sorgen, da Autofahrer diese umfahren und so auch die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer beeinträchtigen. Eine Anfrage bezog sich auf eine dauerhafte Begrenzung der Geschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt auf 30 Kilometer pro Kilometer.

Autohandel bleibt in der Diskussion

Nicht zufrieden mit den Erklärungen hinsichtlich „Autohandel und abgestellte abgemeldete Fahrzeuge“ zeigte sich die Bürgerin, die in der vergangenen Sitzung dieses Thema ins Rollen gebracht hatte. Sie wollte wissen, wie oft und in welcher Form das Landratsamt seine Kontrollen durchführt und mutmaßte, dass dies eben nur geschehen sei, weil das Thema in den öffentlichen Fokus geraten war.

Nur weil von den aktuell abgestellten Fahrzeugen laut Landratsamt keine Gefahr ausgehe, heiße das nicht, dass dies immer so sei. Eine lediglich punktuelle Kontrolle, von der Ortsvorsteher Thorsten Ade sprach, reiche nicht aus, um das Gesamtproblem in den Griff zu bekommen.

Aus nichtöffentlicher Sitzung wurde bekanntgegeben, dass der Ortschaftsrat beschlossen hat, dem Tennisclub einen Zuschuss zur Anschaffung eines Defibrillators zu gewähren.

Die Visualisierung der geplanten Sanierung des Schulhofes der Gutenbergschule nahm Ortschaftsrat Marco Braasch zum Anlass, über wasserdurchlässiges Pflaster nachzudenken und von einer Asphaltierung abzusehen.

Ortsvorsteher Ade gab abschließend noch bekannt, dass im März dieses Jahres 30 312 Fahrzeuge in Richtung Autobahn die Ortsdurchfahrt passiert hatten, wobei 26 Fahrzeughalter sich nicht an die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten hätten.