Damit die Kläranlage langfristig ihre Aufgabe erfüllt, hat der Gemeinderat von Bad Teinach-Zavelstein wichtige Arbeiten vergeben. Die Kosten dafür trägt letztlich der Gebührenzahler.
Die Kläranlage in Bad Teinach muss saniert werden. Im Mai des vergangenen Jahres taxierten zwei Ingenieure die Gesamtkosten dafür auf insgesamt rund 1,3 Millionen Euro.
Der Gemeinderat von Bad Teinach-Zavelstein beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die Verfahrenstechnik für knapp 390 000 Euro zu vergeben.
Dabei erlaubte das Gremium Bürgermeister Markus Wendel, für die Anlage einen höherwertigen Motor zu bestellen. Das würde 16 000 Euro zusätzlich kosten. Die Gesamtsumme für die Verfahrenstechnik beliefe sich damit auf etwas mehr als 400 000 Euro.
Guten Zeitpunkt erwischt
Erfreut zeigte sich der Bürgermeister darüber, dass die Stadt bei den Ausschreibungen wohl einen guten Zeitpunkt erwischt habe. Denn bei der Verfahrenstechnik waren die Kosten auf 460 000 Euro geschätzt worden.
Bei der Baukonstruktion und den Betonarbeiten vergab der Gemeinderat die Arbeiten für rund 58 500 Euro. Die Schätzung lag bei rund 71 000 Euro, war von Wendel in der Sitzung zu erfahren: „Wir haben eine gute Zeit erwischt.“ Außerdem sei trotzdem noch ein gewisser Puffer drin, versicherte der Rathauschef.
Elektrotechnik ist größter Einzelposten
Bereits im vergangenen Jahr vergab der Gemeinderat die Erneuerungsarbeiten für die Elektrotechnik. Sie sind der größte Einzelposten der Sanierungsarbeiten.
Auch hier wurde der Gemeinderat positiv überrascht. Die Ingenieure rechneten mit Kosten in Höhe von rund 700 000 Euro. Tatsächlich wurden nur knapp 580 000 Euro fällig.
Wendel teilte 2025 mit, dass die Arbeiten Ende 2027 abgeschlossen sein sollen. Alles passiere im laufenden Betrieb.
Mit der Sanierung werde die Kläranlage so fit gemacht, dass sie bis Mitte dieses Jahrhunderts halte, war von Rathauschef Wendel im vergangenen Jahr zu erfahren. Die derzeit laufende Betriebserlaubnis gilt noch bis 2031.
Die Kläranlage im Teinachtal ist seit 1970 in Betrieb. Kentheim und ein kleiner Teil von Sommenhardt entwässern nach Calw. Um den großen Rest von Bad Teinach-Zavelstein kann sich die Stadt dagegen selbst kümmern – mit der eigenen Kläranlage in Bad Teinach.
Abwassergebührengestiegen
Rund 6800 Einwohner können mit der Anlage versorgt werden. Etwa die Hälfte dieser Kapazität wird jedoch für das Gewerbe vor Ort benötigt. Die Sanierung der Kläranlage bedeutet, dass die Abwassergebühren steigen. Die Stadt muss hier kostendeckend arbeiten. Ende des vergangenen Jahres beschloss der Gemeinderat von Bad Teinach-Zavelstein, die Gebühren für das Schmutzwasser zu erhöhen.
Am 1. Januar stieg der Satz von 2,31 auf 2,50 Euro pro Kubikmeter. Die neuen Sätze gelten für dieses und nächstes Jahr. Aber wenn die Sanierung weniger kostet als erwartet, steigen die Gebühren nicht so stark.