In der Kläranlage ist eine Sonde installiert worden, um eine frühzeitige Alarmierung des Personals zu ermöglichen. Foto: Jana Heer

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wird deutlich: Es gibt Handlungsbedarf in der Simmozheimer Kläranlage. Jetzt müssen Maßnahmen ergriffen werden.

Wenn der Schlamm der Kläranlage in den Talackerbach laufen würde, hätte das weitreichende umwelttechnische Folgen. Und genau das gilt es zu vermeiden. Doch in jüngster Vergangenheit habe sich zu viel Schlamm insbesondere im Nachklärbecken II der Kläranlage angesammelt, berichtete Kämmerin Renate Meier. Dieser Schlamm musste abgezogen werden, damit er nicht in den Bach abtreiben kann.

 

Maßnahmen beschlossen Die Kläranlage war im September vergangenen Jahres schon einmal Thema im Gemeinderat. 2025 wurde die Vergabe elektrotechnischer Maßnahmen beschlossen, blickte Meier zurück. Dabei handele es sich um ein Paket verschiedener Maßnahmen. Im Zuge dessen sollte es wegen des erhöhten Schlammaufkommens auch zu einer Schlammspiegelmessung kommen.

Ursache noch unbekannt

Aktuell ist die Ursache für das erhöhte Schlammaufkommen noch nicht klar. Nichtsdestotrotz seien bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, so Meier.

Dennoch warf sie die Vermutung in den Raum, dass das vermehrte Schlammaufkommen mit der 2019 installierten Kompaktanlage zusammenhängen könnte – denn davor habe es das Problem nicht gegeben.

Sonde statt Kamera Testweise wurde nun vor einigen Wochen eine Sonde zur Schlammspiegelmessung installiert, führte Meier aus.

Auch in Zukunft könnte mit einer solchen Sonde das Betriebspersonal frühzeitig informiert werden, sollte sich erneut zu viel Schlamm ansammeln.

In der Beauftragung von September war eine Kamerainstallation geplant. Die Bilder der Kamera wären zwar ebenfalls via Internet abrufbar, Schlammansammlungen würden allerdings erst gezeigt werden, wenn es eigentlich schon zu spät ist, erklärte Meier.

Doch eine frühzeitige Alarmierung im Ernstfall ist für die Betriebssicherheit der Kläranlage notwendig.

Anfallende Kosten Ein Angebot für die Installation von Sonden belaufe sich laut Meier auf 27 000 bis 30 000 Euro.

Die Kosten für die ursprünglich geplanten Kameras in Höhe von 2600 Euro entfallen hingegen.

Gleichzeitig könnten Personalkosten gespart werden. Während der Bereitschaftszeiten müsste nicht immer Betriebspersonal vor Ort sein. Bereits im September sei gesprochen worden, dass auf diese Remote-Überwachung (per Internet) hingearbeitet wird.

Der Gemeinderat äußerte keine Einwände gegen eine Sondeninstallation.