Es ist eine Spätfolge der Eingemeindung von Tennenbronn nach Schramberg: Dadurch werden nun die Karten beim Thema Abwasser neu gemischt – mit Folgen für Lauterbach und Hardt.
Und das kommt so: Die Kläranlage in Tennenbronn soll stillgelegt werden, da die wasserrechtliche Erlaubnis im Jahr 2027 ausläuft. Stattdessen wird ein Kanal durchs Bernecktal gegraben und das Abwasser aus Tennenbronn – und auch aus Langenschiltach – fließt dann zur Kläranlage Schramberg.
Da dort umfangreiche Investitionen anstehen, ändert sich die Verteilung der Kosten auf die Gemeinden Schramberg (mit Tennenbronn), Lauterbach, Hardt und St. Georgen (mit Langenschiltach).
Konrad Ginter, Tiefbauamtsleiter der Stadt Schramberg, informierte im Gemeinderat Lauterbach über das Thema. „Die Kläranlage Schramberg wurde 1956 in Betrieb genommen“, blickte er zurück. 1965 sei die Gemeinde Lauterbach angeschlossen worden, 1981 kam Hardt dazu.
Anderer Verteilungsschlüssel
Die Investitionen wurden anteilig von diesen drei Kommunen gestemmt. Der Verteilungsschlüssel ändert sich nun durch die Aufnahme von Tennenbronn und Langenschiltach. So entfallen nun auf Schramberg 76,9 Prozent (bislang 66,3), auf Lauterbach 10,5 (18,4) und auf Hardt 10,3 (15,2). Hinzu kommt St. Georgen mit 2,3 Prozent. Hierzu werden nun neue Verträge zwischen den Kommunen ausgehandelt.
Rund 22 Millionen sollen nun in die Kläranlage Schramberg investiert werden. Abzüglich der Förderung müssen die Gemeinden Lauterbach und Hardt auf mehrere Jahre verteilt jeweils rund zwei Millionen Euro beisteuern.
Der größte Brocken ist ein neues Belebungsbecken mit Kosten von 10,9 Millionen Euro. Bei Wassertemperaturen von acht Grad im Winter würden Bakterien langsamer, führte Ginter aus, und der Reinigungsprozess verlangsame sich. Daher werde mehr Volumen benötigt. Hinzu kommen ein neuer Zulaufrechen mit Geröll-, Sand- und Fettfang und auch die Vorklärung wird umgebaut.
Ein Gebiet für Lachse
Eine weitere Besonderheit: Es gebe erhöhte Anforderungen an die Wasserqualität, sagte Ginter, da die Schiltach auch als Lachsgebiet ausgewiesen sei.
Stefan Weinmann meinte, die Gemeinde Lauterbach habe in der Vergangenheit zu viel bezahlt – schließlich habe man mit dem bisherigen 18-Prozent-Anteil viel an der Kläranlage bezahlt. „Wir sollten wieder was rauskriegen“, forderte er. Ähnlich sah es Siegfried King: „Tennenbronn nutzt künftig den Anteil, den andere bezahlt haben“. Der neue Nutzer müsse sich einkaufen.
Ginter versprach, die Frage mitzunehmen. Er verwies aber darauf, dass Klärschlamm aus Tennenbronn schon bislang in Schramberg entsorgt worden sei.
Höhere Gebühren drohen
Eine Anbindung in Sachen Abwasser in Richtung Kinzigtal, die Ralf Schlögel vorgeschlagen hatte, gebe das Kanalnetz nicht her, winkte Ginter ab.
Ziel sei, im Jahr 2030 eine genehmigungsfähige Kläranlage in Schramberg zu haben. „Der finanzielle Hauptbrocken für Lauterbach kommt in den Jahren 2027 und 2028“, informierte Ginter.
Was das für die Lauterbacher Bürger bedeutet, erklärte Bürgermeister Jürgen Leichtle: „Wir müssen die Gebühren erhöhen, um das zu finanzieren“.