In die Gemeinschaftskläranlage Schramberg sollen bis zum Jahr 2030 circa 22 Millionen Euro investiert werden. Bis dahin läuft die wasserrechtliche Erlaubnis ab. Die Investitionen werden steigende Abwassergebühren zur Folge haben.
In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT) schilderte Tiefbauamtschef Konrad Ginter die in den kommenden fünf Jahren vorgesehenen Maßnahmen.
Aufgrund gesetzlicher Anforderungen sei es notwendig, nicht nur die Einleitung von Schmutzwasser aus der Kläranlage in die Gewässer zu betrachten, sondern der gesamte Einzugsbereich der Anlage müsse berücksichtigt werden, um die Gewässerbelastung gering zu halten.
Mirko Witkowski (SPD/Buntspecht) zeigte Verständnis für die anstehenden Investitionen. Er stelle sich die Frage, wie es auf dem Kläranlagen-Areal weitergehe, wenn nach der ersten wichtigen Maßnahme weitere folgten und der Platz jetzt schon beengt sei. Nach Auskunft von Ginter wurde in dieser Sache bereits Vorsorge getroffen.
Fläche auf Gemarkung Schiltach
Die Gelegenheit, eine auf der anderen Bachseite talabwärts vorhandene Fläche auf Gemarkung Schiltach zu erwerben, sei genutzt worden. Zudem gebe es noch eine freie Fläche an der Stelle, an der früher die alte Brücke zur Kläranlage zurückgebaut worden sei. „Wir haben da für die nächsten 15 Jahre Trümpfe in der Hand“, gab Ginter Entwarnung.
Warum die Kosten plötzlich so viel höher liegen
Emil Rode (Freie Liste) erinnerte sich, dass die Kosten für die vorgesehene Erweiterung ursprünglich bei rund sechs Millionen Euro lagen. „Warum sind die jetzt so hoch?“, wollte Rode wissen. Wie der Tiefbauexperte erklärte, seien zur früheren Planung weitere Maßnahmen hinzugekommen. Beispielsweise die Erhöhung der Reinigungsleistung von 250 Liter pro Sekunde auf 370 Liter pro Sekunde.
Waldmössingen auf dem aktuellen Stand der Technik
Die Kläranlage Waldmössingen, so Ginter, sei derzeit auf dem aktuellen Stand und dort werde in den kommenden 15 Jahre nichts mehr hinzukommen. Jetzt müsse die Anlage in Schramberg ertüchtigt werden, auch damit Tennenbronn stillgelegt werden könne.
Thomas Brugger (CDU) erkundigte sich, ob die Förderquote sich nicht mehr erhöhe trotz der Investitionen. „Doch“, versicherte Ginter und erklärte: „Je nachdem wie wir die nächste Maßnahme umgesetzt haben. Je sauberer wir Wasser in die Schiltach leiten, desto mehr tun wir für den Umweltschutz“.
Einstimmige Empfehlung an den Gemeinderat
Einstimmig beschloss der AUT als Empfehlung an den Gemeinderat, die erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung und Erweiterung der Kläranlage weiterzuverfolgen. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, mit den beteiligten Kommunen Hardt, Lauterbach und St. Georgen neue Verträge auszuarbeiten und den Entscheidungsgremien zur Beschlussfassung vorzulegen.