Sie leisten schon Vorarbeit für die ersten Baumaßnahmen: Michael Fackler von der Umweltabteilung des Regierungspräsidiums Freiburg (von links), Klärwärterin Nicole Sturm, Bergfeldens Ortsvorsteher Herbert Kehl, Eckhart Stetter vom Ingenieurbüro Dreher und Stetter, Verbandsgeschäftsführerin Melanie Hägele, Verbandsvorsitzender Stefan Hammer, Regierungsvizepräsident Klemens Ficht, Sulz Erster Beigeordneter Hans-Peter Fauser, der Erste Landesbeamte Hermann Kopp sowie Sebastian Müller und Johannes Müller von der Baufirma Sturm & Müller GmbH. Foto: Schneider

Die Erweiterung der Kläranlage kostet rund 10,15 Millionen Euro. Möglich ist dies nur durch eine umfangreiche Förderung mehrerer Stellen. Doch ist womöglich auch mit einer Erhöhung der Gebühren zu rechnen, hieß es beim feierlichen Spatenstich.

„Die erste Maßnahme wird das Nachklärbecken“, verkündet Eckhart Stetter vom Empfinger Ingenieurbüro.

 

Versehen mit einer hydraulischen Anlage, deren Leistung bei 145 Liter pro Sekunde liegt, habe das Becken einen Durchmesser von 25 Meter und sei sechs Meter tief.

Fast alles wird neu

„Das Belebungsbecken wird allerdings nicht von dieser Größe sein“, weist Stetter, auf weitere Neubauten hin. Von der bisherigen Kläranlage werde quasi nur noch das Schlammentwässerungsgebäude sowie der -silo vorhanden sei. Die restlichen Objekte im Zuge der Erweiterung würden alle neu errichtet.

Dass die Sanierung und Erweiterung nötig ist, betont Stefan Hammer, Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Oberes Mühlbachtal.

Kapazitätsgrenze ist erreicht

„In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre errichtet, hat die Anlage ein respektables Alter“, erklärt er. 2020 lief die Betriebserlaubnis ab – die Ablaufwerte seien jedoch bis zum heutigen Tag immer eingehalten worden.

Damals sei sie für 6000 Einwohner konzipiert worden, doch mit den Abwässern aus dem Gewerbe habe man die Kapazitätsgrenze nun erreicht.

Mit oder ohne Gewerbegebiet

Doch bis es zum erfolgreichen Spatenstich kommen konnte, gab es für den Zweckverband noch viel zu tun. „Der erste Zuschussantrag erfolgte 2019“, erinnerte Hammer.

Damals habe man nur für das Verbandsgebiet – also Vöhringen, Wittershausen und Bergfelden – geplant. Dann erfolgten Überlegungen, ob man nicht das Regionale Gewerbegebiet von Sulz noch integrieren wolle – was neue Planungen erforderte.

Ausreichend Reserven vorhanden

Diese wurden mittlerweile, wiederum unter erneuten Planungsänderungen, verworfen, so dass man sich auf die drei Orte beschränkt. Allerdings: „Der Anschluss des Gewerbegebiets ist durch technische Aufrüstung möglich“, beschreibt Hammer den nun gewählten additiven Ansatz.

Aktuell sei für 11 840 Einwohnerwerte geplant, so dass man noch genügend Reserven für die Zukunft habe. Die Kosten dafür müssten dann jedoch von der Stadt Sulz übernommen werden.

Über fünf Millionen Förderung

Hatte die Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer 2021 den Bescheid in Höhe von 3,27 Millionen Euro persönlich überbracht, liege der momentane Bescheid mit 4,27 Millionen noch deutlich darüber.

„Die Gesamtfördersumme würde sich somit auf rund 5,2 Millionen Euro belaufen“, zählt Hammer alle erfolgreichen Anträge, auch die an das Land Baden-Württemberg, zusammen.

Neukalkulation nötig

Die restlichen Kosten von etwa fünf Millionen Euro seien durch den Zweckverband aufzubringen, der dafür Kredite aufnehme. „Das belastet die Kommunen“, stellt der Vorsitzende fest. Doch würde dies über die Jahre hinweg abgezahlt werden können.

„Es wird wohl eine Neukalkulation der Gebühren geben“, blickt er in die Zukunft. Und diese werde wahrscheinlich höher ausfallen. „So ehrlich muss man an dieser Stelle sein“, erklärt er.

Gut für den Mühlbach

Auch Regierungsvizepräsident Klemens Ficht hebt die Bedeutung der Kläranlage hervor. „Die Quellen, Bäche und Flüsse sind unsere Lebensgrundlage“, betont er.

Die moderne Anlage käme so zuallererst dem Mühlbach und den Bürgern der Region zugute. Und freut sich, gegebenenfalls auch bei der Eröffnung wieder in Bergfelden sein zu können.

Fertigstellung 2027 geplant

Mit der Fertigstellung des neuen Nachklärbeckens sei bis Ende des Jahres zu rechnen, informiert der Ingenieur Stetter.

„Ganz fertig werden wir wahrscheinlich 2027 sein“, gibt er einen Ausblick über den weiteren Zeitplan.